Flib luftdichte Gebäudehülle
Die luftdichte Gebäudehülle existiert längst nicht mehr nur auf dem Papier. Das hat eine Umfrage des Fachverbands für Luftdichtheit ergeben. (Abb: FLiB e.V)

Luftdichtheit 2015-06-29T00:00:00Z Deutschland macht dicht

Wie dicht wird in Deutschland gebaut? Dieser Frage ist der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB e. V.) im Rahmen einer Umfrage unter einschlägig tätigen Mitgliedsunternehmen nachgegangen. Sowohl für Neubauten als auch für modernisierte Objekte gaben die Teilnehmenden Werte an, die deutlich unter dem von der EnEV vorgegebenen Maximalwert liegen.

Über ein Drittel aller im letzten Jahr durchgeführten Luftdichtheitsprüfungen entfallen auf Blower-Door-Tests im Rahmen der Energieeinsparverordnung. Das gaben mehrt als 60 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen an.  

In Häusern mit Lüftungsanlage darf sich laut EnEV das Luftvolumen unter Standardmessbedingungen höchstens 1,5-mal innerhalb einer Stunde austauschen (n50 ≤ 1,5 h-1). Für Gebäude mit freier Lüftung erhöht sich der Kennwert auf maximal 3,0 h-1. Der Fachverband fragte die Teilnehmer: „Wie hoch ist bei Ihnen in etwa der durchschnittliche n50-Wert eines Mehrfamilienhaus-Neubaus/bei einer MFH-Modernisierung?“ und „Wie hoch ist bei Ihnen in etwa der durchschnittliche n50-Wert eines Einfamilienhaus-Neubaus/bei einer EFH-Modernisierung?“

Die Mitgliedsunternehmen des FLiB gaben über alle Lüftungsverfahren hinweg für neu errichtete Einfamilienhäuser einen durchschnittlich ermittelten n50-Wert von 1,1 h-1 und für neue Mehrfamilienhäuser sogar von nur 0,9 h-1 an.

Bei Gebäudemodernisierungen lag die im Schnitt gemessene Luftwechselrate n50 bei 1,6 h-1 im Einfamilienhaus beziehungsweise 1,5 h-1 im Mehrfamilienhaus.

Zwar würden bei Modernisierungsvorhaben, bei denen die Luftdichtheit keine Beachtung finde in der Regel auch kein Luftdichtheitstest durchgeführt und Passivhäuser seien in die Untersuchung eingerechnet worden, dennoch wertet FLiB-Geschäfts-führer Dipl.-Ing. Oliver Solcher die Messergebnisse als positiv:  „Die Praxis des luftdichten Bauens hat die von Normen und Verordnungen genannten Grenzwerte längst überholt.“ Selbst bei den erwartungsgemäß etwas schlechter abschneidenden Modernisierungen waren Durchschnittsluftwechselraten über 2,0 h-1 die Ausnahme.

An der Befragung hatten sich etwa 20 Prozent der insgesamt rund 260 im FLiB organisierten Anbieter von Messdienstleistungen beteiligt. Das sind zu einem großen Teil selbstständige Ingenieurbüros mit maximal einem Angestellten. Hinzu kommen einige Unternehmen, die Blower-Door-Tests unter anderem zur eigenen Qualitätssicherung nutzen.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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