Interaktive Visualisierung einer Deutschlandkarte mit mehreren hellblau hervorgehobenen Bundesländern und einem Dashboard-Panel rechts, das den Greyfield Index für Nordrhein-Westfalen (Wert 105,1) einschließlich einer Trendlinie, Balkendiagrammen und Detailkennzahlen zeigt. Dunkles UI-Design mit Fokus auf regionale Analyse, statistischen Vergleich und Entwicklungstrends.
Die Karte des Greyfield Index zeigt: In fünf Bundesländern (Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Thüringen) liegt der Anteil der Bauaktivitäten im Bestand bereits über dem Neubau. (Quelle: Screenshot index.greyfieldgroup.de)

Bauwerkserhaltung 2026-07-02T06:35:00Z Deutschland baut um

Der unlängst veröffentlichte Greyfield Index 2026 zeigt erstmals datenbasiert, dass in immer mehr Bundesländern das Bauen im Bestand bereits die prägende Bauform ist. Umbau, Umnutzung und Revitalisierung entwickeln sich zum Motor der Bauaktivität in Deutschland.

Bauen im Bestand sei nicht mehr die Ausnahme, „sondern in vielen Regionen bereits die neue Normalität“, sagt Timm Sassen, Gründer und Inhaber der Greyfield Group. „Der Greyfield Index macht sichtbar, was in der Branche längst spürbar ist: Die Zukunft des Bauens entsteht aus dem Vorhandenen. Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und entwickeln sich zum zentralen Motor der Bauaktivität in Deutschland.“ 

Nach den aktuellen Auswertungen liegt der Wert des Greyfield Index bundesweit bei knapp 80 Punkten. Damit entfallen bereits rund 44 Prozent aller Bauaktivitäten auf den Bestand. 

Wo das Bauen im Bestand bereits vor dem Neubau liegt 

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die Bundesländer. In den fünf Ländern Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Saarland und Thüringen liegt der Anteil der Bauaktivitäten im Bestand bereits über dem Neubau. 

Gleichzeitig belegt der Blick auf die Bundesländer, dass das Bauen im Bestand besonders dort deutlich an Bedeutung gewinnt, wo Flächen knapp, Innenstädte dicht, Bestände älter und der Transformationsdruck hoch sind. Schlusslichter im Ranking der Bundesländer sind Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. 

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zeigt sich zudem eine deutliche Verschiebung in den Großstädten. Bestandsmaßnahmen liegen dort bereits deutlich über dem Neubau. In Düsseldorf und Bochum finden schon mehr als zwei Drittel aller Bauaktivitäten im Bestand statt. Der bereits im Vorjahr erkennbare Trend setzt sich damit deutlich fort. Der Bestand entwickelt sich zunehmend zum Stabilitätsanker der Bau- und Immobilienwirtschaft. 

Greyfield: Bauen im Bestand sollte erste Option sein 

„Die Frage ist nicht mehr, ob der Bestand relevant wird. Die Frage ist, wie schnell Politik, Förderung, Bauordnungen und Finanzierung darauf reagieren“, so Sassen. „Wer Wohnraum schaffen, CO₂ sparen und Flächenverbrauch reduzieren will, sollte den Bestand konsequent zur ersten Option machen. Dafür brauchen wir einfache Standards, passende Förderbedingungen und die Rückendeckung von Städten und Kommunen.“ Die bisherigen Rahmenbedingungen orientieren sich vielerorts noch am Neubau. Förderprogramme, Genehmigungsprozesse, Normen und öffentliche Debatten folgen häufig dieser Logik, obwohl die Bauaktivität zunehmend im Bestand entsteht. 

Über den Greyfield Index 

Der Greyfield Index versteht sich als Instrument für mehr Transparenz. Er zeigt, wo Deutschland bereits umbaut, wo das Bauen im Bestand den Neubau überholt und wo politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nachgeschärft werden müssen. Er wird von der Greyfield Group erhoben und jährlich fortgeschrieben. Bei der Methodik setzt er Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Bestand ins Verhältnis zu den entsprechenden Zahlen im Neubau. Dadurch macht er sichtbar, wie stark die Bau- und Immobilienwirtschaft bereits durch Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung geprägt ist. Der Index schafft damit eine datenbasierte Grundlage für Politik, Kommunen, Investoren, Bestandshalter und die Bauwirtschaft. Ziel ist es, die Transformation vom Neubau zum Bestand nicht nur zu beschreiben, sondern messbar zu machen. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 02. Juli 2026
Newsletter