Die steigenden Preise bei den Rohstoffen schlagen längst auf die gesamte Wertschöpfungskette durch. (Quelle: Deutsche Bauchemie)
Die steigenden Preise bei den Rohstoffen schlagen längst auf die gesamte Wertschöpfungskette durch. (Quelle: Deutsche Bauchemie)

Betrieb

02. December 2021 | Teilen auf:

Deutsche Bauchemie erwartet deutliche Preisanstiege bei ihren Produkten

Die gesamte Bauchemieindustrie ist von dramatischen Kostensteigerungen und Rohstoffverknappungen betroffen. Beide Trends haben sich nach Angaben der Deutschen Bauchemie über das gesamte Jahr 2021 fortgesetzt und verschärft. Preisanstiege entlang der Wertschöpfungskette seien unausweichlich.

Die Deutsche Bauchemie beschreibt die Situation in einer Pressemitteilung zunächst am Beispiel Betonzusatzmittel: Die Hersteller hätten im Glauben, dass sich die Situation entspannt, in den ersten Monaten dieses Jahres die Kostensteigerungen nur moderat weitergegeben. Nachdem sich die Situation weiterhin zugespitzt habe und ein Ende der Entwicklungen nicht zu erwarten sei, müsse sich die Betonindustrie über alle Rohstoffgruppen bei Betonzusatzmitteln auf signifikante Preiszuschläge einstellen. Neben den Rohstoffpreisen seien in den letzten zwölf Monaten außerdem die Preise für Energie (+400 %), Verpackungen sowie Paletten (+300 %), Transport und Personal deutlich gestiegen.

Rohstoffe und Energie werden immer teurer

Seit Anfang des Jahres kämpfen Chemie und Bauchemie mit Lieferengpässen bei zahlreichen Rohstoffen und daraus folgend mit stark steigenden Beschaffungskosten. So haben sich die Preise für Melaminharze seit letztem Jahr verdoppelt, die Preise für Acrylsäuren, die ein wesentlicher Rohstoff zur PCE-Herstellung sind, sogar verdreifacht. Der Rohölpreis liegt doppelt so hoch wie noch vor zwölf Monaten, der Preis für Rohbenzin, dem wichtigsten Rohstoff der Chemieindustrie insgesamt, ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 62 Prozent auf rund 580 Dollar je Tonne gestiegen.

Im dritten Quartal 2021 hat die Zellstoffindustrie den Verarbeitern eine Erhöhung der Preise für Lignine um zirka 50 Prozent kommuniziert, da Lignine als alternativer Brennstoff neu bewertet wurden. Auch bei Naphthalin sind nie da gewesene Verknappungen und Preiserhöhungen zu verzeichnen.

Dichtstoffe sind nur noch zu extrem hohen Preisen zu bekommen

Eine ähnliche Situation gibt es bei Dichtstoffen. So sind beispielsweise Silikone, Polyurethane und Polysulfide für die weiterverarbeitenden Hersteller nur noch unter erschwerten Umständen zu bekommen und wenn, dann zu extrem hohen Preisen. Beklagt wird vor allem der Mangel an Siliziummetall, dem wichtigsten Rohstoff für Silikonpolymer und Silikonöl. Die massiven Preiszuwächse, so die Deutsche Bauchemie, könnten die Unternehmen allein nicht auffangen. Sie müssten zum Teil an den Markt weitergeben werden. Dies gelte auch im Bereich der Trockenmörtelhersteller; hier steigen die Preise für Dispersionspulver und beim Zement; unter anderem wirke sich die höhere CO2-Abgabe aus, deren schrittweise Erhöhung bereits feststeht.

Die Branche kämpft mit einer bisher nicht gekannten Unsicherheit für eine ausreichende Versorgung mit den genannten Rohstoffen. Experten rechnen auch in absehbarer Zukunft nicht mit einer Entspannung auf dem Rohstoffmarkt – der steigende Rohstoffkostenindex deutet eher darauf hin, dass sich die Lage im Jahr 2022 weiter verschärfen wird und die hohen Rohstoffpreise zur neuen Normalität werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Deutschen Bauchemie.

zuletzt editiert am 02.12.2021