Eine Fachexkursion zur Leuchtenburg bei Kahla ist Teil des Studiums. (Quelle: Stiftung Leuchtenburg)
Eine Fachexkursion zur Leuchtenburg bei Kahla ist Teil des Studiums. (Quelle: Stiftung Leuchtenburg)

Bauwerkserhaltung

25. November 2021 | Teilen auf:

"Denkmalschutz kompakt“: Berufsbegleitendes Studium geht in die nächste Runde

Zum Wintersemester 2020/21 wurde das neu entwickelte Studium „Denkmalschutz kompakt“ erstmalig an der Bauhaus-Universität Weimar angeboten und stieß sofort auf eine ausgezeichnete Resonanz. Am 1. April 2022 beginnt die nächste Runde.

An acht Themenwochenenden werden denkmal- und sanierungsrelevante Inhalte von der Bauaufnahme bis zur Abnahme vermittelt. Dazu zählen unter anderen

  • Denkmalgerechte Bestandsaufnahme und -untersuchung (unter anderem lasergesteuertes Aufmaß, Nahbereichsphotogrammetrie mit Unterstützung von Drohnen, 3D-Scan und Visualisierung) inklusive Praxisteil
  • Befundaufnahme zur bauhistorischen Einordnung sowie ein ganztägiger Workshop zur Befundkartierung
  • Erläuterung und Demonstration zerstörungsarmer und -freier Prüfverfahren im Denkmalbereich
  • Feuchtigkeits- und Salzanalytik beim Bauen im Bestand (unter anderem Belastung von historischem Mauerwerk, Kompressen, Trockenlegungs- und Abdichtungsverfahren), Besonderheiten bei der Beprobung von Denkmalsubstanz
  • Putzen im Denkmal (Mängel und Schäden an Putzsystemen, Sanier- und Restauriermörtel, Mörtelrezeptierung)
  • historische Baumetalle, Besonderheiten beim Umgang mit Eisen und Stahl im Bestand
  • denkmalgerechte konstruktive Ertüchtigung von Lehmbauwerken, Gewölben, Kuppeln, mehrschaligen Wänden und Stützbauwerken
  • Diagnose von Holzschäden, Schadensinstandsetzung mit Bestimmungsübung zu Holzarten und Holzschädlingen
  • Zustandsermittlung und Beurteilung der Tragfähigkeit geschädigter und verformter Konstruktionen, einfache Nachweisverfahren
  • historische Gründungen sowie Gebäudetranslozierung sowie die
  • Diagnostik und Instandsetzung gipsbelasteter Natursteinmauerwerke von Denkmalobjekten

Darüber hinaus sind bauphysikalische Themen zum Wärme- und Schallschutz in das Studium integriert. Dass Ausschreibung, Vergabe sowie Recht und Haftung einen hohen Stellenwert bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Baumaßnahmen am Denkmal und in den Sanierungsgebieten einnehmen, soll den Studierenden sowohl mit Vorträgen als auch anhand vieler Praxisbeispiele verdeutlicht werden.

Zum Studienabschluss stellen alle Teilnehmenden ihre Abschlussarbeiten zu einem selbständig bearbeiteten Objekt zur Diskussion und stellen die erworbene Fachkompetenz im Rahmen einer Klausurprüfung unter Beweis. Die erfolgreiche Studienteilnahme wird mit einem Zertifikat der Bauhaus-Universität Weimar / Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e.V. bestätigt  und ist mit der Vergabe des Titels „Fachplaner*in“ (bei einem Abschluss Bachelor oder Master of Architectur) beziehungsweise „Fachingenieur*in für Denkmalschutz“ (bei einem ingenieurtechnischen Abschluss, nach geltendem Ingenieurgesetz) verbunden. Das Studium richtet sich vor allem an Architekt*innen und Ingenieur*innen. Interessierte können sich unter www.wba-weimar.de informieren und für die Teilnahme zum nächsten Studienbeginn am 1. April 2022 bewerben.

zuletzt editiert am 25.11.2021