Wenn Häuser abgerissen werden, ist das eine staubige, laute und riskante Sache für Mensch und Umwelt. Hier soll eine Software helfen den Rückbau zu planen und Schäden zu vermeiden.
Bisher sei die Höhe der Belastungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen nicht ausreichend untersucht, sagt Frank Schultmann, Leiter des Deutsch-Französischen Instituts für Umweltforschung (DFIU) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). "Um den negativen Einfluss auf Mensch und Umwelt zu verringern, wollen wir die Belastungen systematisch erfassen und so umweltfreundliche Methoden entwickeln." In der ersten Phase eines Modellprojekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) seien bereits Messungen durchgeführt, sei ein Konzept für eine Datenbank erstellt worden, die aufzeige, welche Maschinen und Schutzmaßnahmen sich für Arbeiten an unterschiedlichen Gebäudetypen eignen. Nun soll eine Software entwickelt werden, die aus den Rohdaten ermittelt, welche Verfahren Belastungen beim jeweiligen Rückbau verringern.
Beim Planen von Rückbauarbeiten würden derzeit Belastungen für Mensch und Umwelt, wie Lärm, Staub und Erschütterungen, nur teilweise berücksichtigt. "Es existieren kaum allgemeingültige Daten in diesem Zusammenhang, die eine ganzheitliche Rückbauplanung ermöglichen", sagt Anna Kühlen vom DFIU. "Deshalb messen und analysieren wir die Belastungen an verschiedenen Baustellen während des Rückbaus. Alle Messergebnisse fließen in eine Datenbank." Untersucht werde auch, wie Umweltbelastungen vermindert und welche Bauteile wiederverwendet werden könnten.
"Die sich ständig verschärfenden gesetzlichen und gesellschaftlichen Anforderungen zum Umweltschutz erhöhen auch die Anforderungen an die Qualität der Arbeitsverfahren und -methoden im Rückbau von Hoch- und Tiefbauten", so Schultmann weiter. Die nun zu entwickelnde Software soll die Erfahrungen aus ähnlichen Rückbauprojekten mit ihren gemessenen Daten enthalten, um die umweltschonendste Rückbaumaßnahme für verschiedene Gebäudetypen zu ermitteln und dabei auch auf mögliche Gefahren und Schadstoffe hinweisen.
Kooperationspartner sind das am KIT ansässige Institut für Technologie und Management im Baubetrieb, die Fachgruppe Bauliches Recycling der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus und die Jean Harzheim GmbH & Co. KG aus Köln. Die DBU fördert das Projekt mit 380.400 Euro.
