Unter bauüblichen Bedingungen erstellte Verklebungen von Luftdichtheitsschichten sollen ihre Funktion bis zu 50 Jahre erfüllen. Deshalb sind seitens Forschung und Industrie Anstrengungen unternommen worden, um die Dauerhaftigkeit der Verklebungen zu verbessern. Hierbei wird das Augenmerk nicht nur auf die Weiterentwicklung des Klebstoffs gelegt, sondern auch auf das Zusammenspiel von Klebstoff und zu verklebendem Material. Es wurde eine geeignete Prüfmethode entwickelt, um Verklebungen mit Klebemassen bewerten zu können. So können Verarbeiter und Planer die für ihre Fragestellung geeigneten Fügepartner unter den geprüften Materialen finden.
Die Luftdichtheit der Gebäudehülle hängt entscheidend von der Qualität ab, mit der Verbindungen und Anschlüsse von Folien und anderen Schichten hergestellt werden (Abb. 1). Erarbeitet wird aus diesem Grund zurzeit Teil 11 der DIN 4108 Wärmeschutz und Energieeinsparung von Gebäuden – Mindestanforderungen an die Dauerhaftigkeit von Verklebungen mit Klebebändern und Klebemassen zur Herstellung von luftdichten Schichten. Darin werden Mindestanforderungen zur Dauerhaftigkeit von Verklebungen definiert sein. In dem vom Bundesamt für Bau- und Raumordnung geförderten Forschungsprojekt „Qualitätssicherung klebebasierter Verbindungstechnik für die Ausbildung der Luftdichtheitsschichten“ [1] wurde eine geeignete Prüfmethode zur Bewertung von Verklebungen mit Klebemassen entwickelt. Dabei waren im Vorfeld der Untersuchung zwei grundsätzliche Schritte notwendig: Erstens musste festgelegt werden, wie die Produkte hinsichtlich ihrer langfristigen mechanischen Eigenschaften sinnvoll zu prüfen sind. Zweitens musste umfassend untersucht werden, wie derzeit übliche Kombinationen von Untergründen, Klebemassen und Bahnen hinsichtlich ihrer Dauerhaftigkeit und Verarbeitbarkeit zu bewerten sind. Folgende Arbeitsschritte wurden durchgeführt:
1. Analyse vorhandener Testverfahren und Auswahl der Klebemassen, Bahnen und Untergründe,
2. Ermittlung der Belastung der Verklebungen durch Winddruck,
3. Durchführung der Untersuchungen.
15 Klebemassen wurden für die Prüfung ausgewählt
Um eine geeignete Auswahl an Klebemassen vornehmen zu können, wurde eine Recherche über die am Markt verfügbaren Produkte durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden 15 Klebemassen für die Prüfung ausgewählt. Außerdem wurden die folgenden drei Substratarten als Bahnen und Untergründe für die Untersuchung herangezogen:
- Bahnen für die Ausbildung der Luftdichtheitsschicht:
– 36 μ PET/P (Polyethylenterephthalat/ geprimert): Trägerfolie zur Bestimmung der Klebkraft von Haftklebstoffen,
– 20 μ LDPE-(Polyethylen): Folie ohne
Zusatzstoffe (Dampfbremse),
– PA- (Polyamid) Folie (diffusionsvariable
Dampfbremse),
– PP- (Polypropylen) Spinnvlies (Dampfbremse).
- Holz: Buchenholzplättchen nach DIN
EN 205 [2]
- Mineralische Werkstoffe: Zementfaserplatte
Vier verschiedene Arten von Zugbelastungen simuliert
Insgesamt wurden vier Belastungsarten simuliert, um Aussagen über die Haltbarkeit treffen zu können. Dabei handelt es sich um Zugbelastungen, Alterung, Belastung durch Winddruck sowie Belastungen, die während der Verarbeitung auftreten können. Bei den Prüfungen auf Zugbelastung wurden die einzelnen Verklebungen mit einer Zugprüfmaschine schälend auseinandergezogen und dabei die maximale Schälkraft, die dazugehörige Dehnung sowie die mittlere Schälkraft und die Verklebungen bei 65 °C Lufttemperatur und einer relativen Luftfeuchte von 80 Prozent künstlich gealtert.
Mit fortschreitender künstlicher Alterung zeigte der Großteil der untersuchten Klebemassen keinen Rückgang der Schälkraft, wie er in früheren Untersuchungen an Klebebändern zu beobachten war [4]. Eine Abnahme der Schälkraft trat nur bei wenigen Ausnahmen auf. Dagegen war bei den meisten Klebemassen sogar ein Anstieg oder zumindest eine nahezu gleichbleibende Schälkraft im Vergleich zur nicht gealterten Probe zu beobachten
Dies er Beitrag ist Teil eines Artikels au s B+B BAUEN IM BESTAND, Ausgabe 04.2012
Autor: Dipl.-Ing. Rolf Gross
