Kakao- und Kaffeebohnen werden in hochwertigen Jutesäcken importiert. Die meisten werden nach nur einmaliger Verwendung vernichtet. Ein bayerisches Unternehmen macht aus den Säcken einen Naturdämmstoff.
Jute ist eine der weltweit am häufigsten verwendeten Naturfasern. Getrocknet ist sie sehr robust. Kaffeeröstereien und Schokoladenhersteller beispielsweise erhalten ihre Rohstoffe in Säcken aus Jute. Zum Schutz der wertvollen Bohnen fordern die deutschen Transportversicherer ausschließlich neue Säcke zu verwenden. Aus diesem Grund werden sie üblicherweise nach einmaliger Verwendung deponiert oder verbrannt. Gemeinsam mit Ritter Sport entstand beim Naturdämmstoffhersteller Thermo Natur die Idee, die Jutesäcke einem zweiten Lebenszyklus zuzuführen.
Erst zerkleinert, dann gegen Brand geschützt
Die Kakaosäcke von Ritter Sport werden in ihre Faseranteile zerkleinert und mit Soda imprägniert. Das macht die Jute brandbeständig. Hinsichtlich der weiteren bauphysikalischen Eigenschaften, etwa dem sommerlichen Hitzeschutz, zeichnet sich Jute als Dämmmaterial aus. Sie erreicht nach Angaben des Herstellers Thermo Natur mit c =2.350 J/kgK die höchste Wärmespeicherkapazität aller bekannten Dämmstoffe.
Die Wärmeleitfähigkeit beträgt LambdaD 0,038 W/m·K. Jute ist von Natur aus kapillarleitfähig. Damit hat der Dämmstoff „Thermojute“ ein gutes Feuchteausgleichsverhalten. Das Material ist resistent gegen Schimmel sowie hygienisch und gesundheitlich unbedenklich. Die Dämmstoffe werden in Matten- und Rollenform angefertigt.
Weitere Informationen bietet die Internetseite von Thermo Natur.
