Luftaufnahme einer großen Industrieanlage, umgeben von Wäldern und Feldern, mit Windkraftanlagen im Hintergrund.
So könnte die Anlage einmal aussehen. Das Projekt „GeZero“ soll eine vollständige CCS-Wertschöpfungskette für den Standort Geseke in Nordrhein-Westfalen im Landesinneren aufbauen. (Quelle: Heidelberg Materials AG)

Betoninstandsetzung 2024-11-14T07:15:00Z CO2-Abscheidung in großem Stil

Die Heidelberg Materials AG will bald ihre erste großtechnische Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung in Deutschland bauen. Das „GeZero“ getaufte Projekt startet jetzt in die entscheidende technische Planungsphase.

Der Fokus für das sogenannte Front-End-Engineering-Design (FEED-Study), das nun beginnt, liegt auf dem Design sowie der Integration der verschiedenen Anlagen in das technische Gesamt-Konzept, zu dem auch eine CO2-Transportlösung gehört. Die FEED-Study wird mit dem Ingenieursbüro Fluor Corporation durchgeführt und beinhaltet die detaillierte technische Planung für das Dekarbonisierungsprojekt „GeZero“ – der ersten großtechnischen Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung von Heidelberg Materials in deutscher Binnenlage. Im Oktober wurde der Vertrag zwischen Heidelberg Materials und Fluor Corporation nach einem mehrere Monate andauernden Auswahlprozess unterzeichnet. Mit der Vergabe des Vertrags startet „GeZero“ in die entscheidende technische Planungsphase. Im kommenden Frühjahr soll die technische Planung abgeschlossen sein, um im Jahr 2026 in die Bauphase zu starten. Ziel ist, mit der Anlage ab 2029 jährlich 700.000 t CO2 abzuscheiden.  

„Mit GeZero, der ersten binnenländischen CCS-Anlage in industriellem Maßstab, leisten wir auf dem deutschen Markt Pionierarbeit“, betont Christian Knell, Sprecher der Geschäftsleitung Heidelberg Materials Deutschland. „Eine gute und methodische Vorbereitung ist entscheidend für Großprojekte dieser Art. Deswegen ist die Zusammenarbeit bei der FEED-Studie mit einem so erfahrenen Partner ein wichtiger Faktor für die weitere Projekt-Umsetzung.“ 

CO2-Transportlösung per Bahn ist Teil der Planung 

Mit dem Projekt setzt Heidelberg Materials auf die CO2-Abscheidung mittels Oxyfuel-Technologie in Kombination mit einer CO2-Reinigungs- und Verflüssigungsanlage. Um den Weg für binnenländische CCS-Anlagen zu ebnen, ist eine CO2-Transportlösung per Bahn Teil der Planung, bis die notwendige Pipeline-Infrastruktur zur Verfügung steht. Daneben soll auch ein lokaler CO2-Speicher-Hub als Zwischenlager entstehen. Der elektrische Energiebedarf für den Betrieb der Anlage soll ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Eine neue Photovoltaikanlage im Umfeld des Werksgeländes wird dazu beitragen, den Bedarf zu decken.  

„GeZero“ wird durch den EU-Innovationfonds gefördert. Der EU-Innovationsfonds konzentriert sich auf Vorzeigeprojekte mit europäischem Mehrwert, die zu erheblichen Emissionsreduzierungen führen können. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 14. November 2024
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