Der bisherige Energieausweis ist weit hinter seinen Erwartungen als klimapolitisches Instrument zurückgeblieben. Das war der Anlass für die Gründung des „Bündnis Energieausweis“.
Zum einen existieren derzeit parallel der Bedarfsausweis und der Verbrauchsausweis, zudem sind bei dem Bedarfsausweis verschiedene Berechnungsmethoden möglich. Die Ergebnisse sind untereinander nicht vergleichbar. Nach Ansicht der Initiatoren lasse zum anderen auch die Verbraucherfreundlichkeit beim Design und die Aussagekraft des derzeitigen Ausweises zu wünschen übrig. Eigentümer und Mieter könnten mit der Darstellung nur wenig anfangen, die Aussagekraft des Bandtachos sei nicht nur in Fachkreisen umstritten.
Das Bündnis fordert daher eine Abkehr vom Dualismus des Bedarfs- und Verbrauchsausweises hin zum reinen Bedarfsausweis, mit einem einheitlichen Berechnungsverfahren. Nur so könne er als Grundlage für Rechtsgeschäfte, Fördermittel oder andere verbindliche Aussagen dienen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, erklärt beispielsweise NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Des Weiteren fordert das Bündnis Effizienzklassen, um dem Nutzer einen klaren Überblick zum Zustand des Gebäudes zu geben. „Effizienzklassen, wie sie von Elektrogeräten bekannt sind, eignen sich aus unserer Sicht besser als der Bandtacho, weil der Verbraucher mit dem System bereits vertraut ist und sein Konsumverhalten danach orientiert“, sagt Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes.
Der vom Bündnis vorgestellte Ausweis informiert über den energetischen Zustand des Gebäudes und gibt dem potenziellen Käufer oder Mieter die Möglichkeit, die künftigen Wohnkosten, neben der Miete und sonstigen Nebenkosten auch die Heizkosten, realistisch abzuschätzen. Investoren wird die Bewertung von Gebäuden und damit die Risikoabschätzung für Investitionen erleichtert. Dem Eigentümer wiederum werden Energiesparpotentiale und wertsteigernde Effekte des Gebäudes aufgezeigt, die einen Modernisierungsanreiz auslösen. Hiervon erwartet sich das Bündnis Impulse für den Sanierungsmarkt.
Welche Verbände das Bündnis Energieausweis unterstützen und weitere Informationen unter vdzev.de
