Wissen und praktische Tipps beim Umgang mit Asbest bei Sanierungsprojekten bietet diese Broschüre. (Quelle: BG BAU, Onidji – stock.adobe.com, Anton – stock.adobe.com)

Schadstoffe

2. December 2021 | Teilen auf:

Broschüre: Schutz vor Asbest beim Bauen im Bestand

Die Verwendung von Asbest ist zwar seit dem Jahr 1993 verboten, doch gerade beim Bauen im Bestand kommen Beschäftigte auch heute noch mit dem Schadstoff in Kontakt. Wirksame Schutzmaßnahmen sind in der Broschüre „Branchenlösung – Asbest beim Bauen im Bestand“ zusammengefasst.

Vom einstigen Wunderstoff mit einer breiten Verwendung im Baubereich wurde Asbest zu einer Gesundheitsgefahr für die damaligen Verwender. Auch fast 30 Jahre nach dem Asbestverbot in Deutschland sterben jährlich noch immer mehr als 1.500 Menschen an den Folgen des früheren, oft sorglosen Umgangs mit Asbest.

Doch auch heute noch ist Asbest als Problem existent: Seit 2015 ist bekannt, dass in Gebäuden, die vor 1994 errichtet wurden, Asbest auch in bisher „unverdächtigen“ Bauprodukten wie zum Beispiel Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern enthalten sein kann. Daraus folgt, dass deutlich mehr Unternehmen als bislang angenommen von der Thematik Asbest betroffen sind – nämlich nahezu jedes Handwerksunternehmen bei Tätigkeiten in älteren Bestandsgebäuden.

Deshalb müssen wirksame Schutzmaßnahmen ergriffen werden, welche die Gefährdung verringern. Um den beim Bauen im Bestand tätigen Unternehmen eine Praxishilfe an die Hand zu geben, wurde die Branchenlösung „Asbest beim Bauen im Bestand“ entwickelt. Verbände der Bauwirtschaft und baunahen Dienstleistungen, die Gewerkschaft IG BAU und betroffene Berufsgenossenschaften haben dazu gemeinsam Maßnahmen erarbeitet, mit denen der Schutz vor Asbest beim Bauen im Bestand verbessert werden soll.

Mancher Handwerker weiß nicht, dass zahlreiche ältere Baustoffe Asbest enthalten

„Viele Asbestkontakte geschehen heute beim Bauen im Bestand, ohne entsprechende Kenntnis der Situation vor Ort“, sagt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. „Es ist bislang im Handwerk nicht durchgängig bekannt, dass in zahlreichen Baustoffen Asbest enthalten sein kann. Die Branchenlösung zeigt für handwerksnahe Tätigkeiten die Anforderungen und Maßnahmen auf, die für den Schutz der Beschäftigten notwendig sind.“

Die Handlungshilfe beruht auf den Eckpunkten der geplanten Asbestregelungen der Gefahrstoff-verordnung, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen des Nationalen Asbestdialogs vorgestellt hat, und greift das Anliegen auf, einen zeitnahen Transfer dieser Regelungen in die Praxis vorzubereiten. Auf der Website der BG BAU kann die Branchenlösung kostenfrei heruntergeladen werden.

zuletzt editiert am 02.12.2021