Schadenhaus DGIS
Im „Schadenhaus“ des DGIS wurde für ein Seminar zu Brandschäden ein Brand gelegt, um Brand und Löschwasserschäden zu demonstrieren. (Abb.: DGIS)

Bauwerkserhaltung 2016-09-19T00:00:00Z Brand legen, löschen, lernen

Die Berufs- und Ausbildungsakademie der Deutschen Gütegemeinschaft Immobilienschadenservice AG (DGIS) hat gemeinsam mit dem TÜV Rheinland einen Kurs zum Umgang mit Brandschäden in ihr Seminarprogramm aufgenommen. Dabei lernen die Teilnehmer am realen Beispiel.

„Der Umgang mit Brandschäden erfordert Spezialwissen. Und Löschwasserschäden sind ganz anders zu behandeln als andere Wasserschäden“, sagt Lothar Droste, Vorstand der DGIS, „hier gibt es in Sanierungsfachbetrieben noch etliche Wissenslücken.“

Schadenhaus zeigt Brand-, Hochwasser- und Rohrbruchschäden in der Praxis

Für den Praxisteil der neuen Seminare unterhält die DGIS ein „ Schadenhaus “, in dem die Schulungsteilnehmer die Schadenbehandlung unter Realbedingungen – und unter strengen hygienetechnischen Vorgaben – erlernen und vertiefen.

Um die neue Seminarreihe etablieren zu können, haben die Schulungsverantwortlichen der Akademie erstmals kontrolliert Brand- und Rußschäden verursacht, bis dann eine Feuerwehreinheit den Brand löschte. Anschließend rückten die Seminarteilnehmer in Schutzanzügen an, um mit dem notwendigen Fachwissen und der erforderlichen Technik die Schäden zu beheben und die Bauteile sowie das Inventar hygienetechnisch zu behandeln.

„Das Konzept für das Pilotseminar ist voll aufgegangen“, sagt Droste. „Selbst für die gestandenen Sanierungsfachleute tat sich eine neue Erfahrungswelt auf.“

Für andere Seminare wurde das Haus bislang beispielsweise mit seinen verschiedenen Böden und Wänden aus einem benachbarten Teich überflutet. Weitere Seminare beschäftigen sich mit Leckagen an der Haustechnik. Droste erläutert: „Aber Wasser mit Ruß verhält sich physisch und chemisch anders als klares und auch als organisches, schlammiges Wasser.“ Die 2001 gegründete DGIS-Akademie unterhält das Schadenhaus seit 2012. Bislang hat sie dort jährlich rund 25 mehrtägige bis zu zwei Wochen dauernde Kurse für insgesamt rund 4.500 Seminarteilnehmer durchgeführt.

Zu den Seminaren gehört auch ein umfangreicher Theorieteil, der sich beispielsweise mit Versicherungsfragen, mit Verhaltensweisen im Notfall oder mit Materialkunde befasst. Am Ende der Seminare steht das Personenzertifikat des TÜV Rheinland, das den Seminarabsolventen nach bestandener Prüfung als Fachkraft für den jeweiligen Bereich wie Brand- oder Hochwasserschaden ausweist.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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