2013_08_08_Bewuchsrisiko von WDVS reduzieren
Auf dieser WDVS-Fassade ist deutlich Algenwachstum zu erkennen. Über dem Fenster gibt es durch falsches Lüftungsverhalten außerdem Pilzwachstum. Die Wärmebrücke über dem Fenster ist nicht befallen. (Abb.: Fraunhofer Institut für Bauphysik, Holzkirchen)

Außendämmung 2013-08-08T00:00:00Z Bewuchsrisiko von WDVS reduzieren

Die Verbesserung des Wärmedämmstandards führt zu einem höheren Risiko, dass Fassaden von Schwärzepilzen und Algen befallen werden. Das wesentlichste Kriterium für einen Bewuchs ist die Verfügbarkeit von Feuchtigkeit. Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen wurden verschiedene Möglichkeiten zur Senkung des Risikos untersucht.

Seit geraumer Zeit häufen sich Beschwerden über mikrobielles Wachstum auf wärmegeäammten Fassaden. Die Abbildung zeigt eine Fassade mit solch einem typischen Bewuchs von Pilzen und Algen. Die stärker befallene Oberfläche über dem gekippten Fenster belegt, dass auch das Lüftungsverhalten der Bewohner das mikrobielle Wachstum beeinflusst. Die Wirkung von Wärmebrücken ist ebenfalls deutlich sichtbar: Durch die geringfügig höhere Oberflächentemperatur über dem Fenster wird das massive Pilzwachstum an dieser Stelle unterbrochen. Die Oberflache unter dem Fenster zeigt überwiegend Algen-Wachstum.

Das mikrobielle Wachstum tritt größtenteils in den ersten Jahren auf, nachdem die Fassade von außen gedämmt wurde. Abbildung 2 zeigt die Ansicht eines Gebäudes, bei dem nur die rechte Seite ungefähr ein Jahr zuvor gedämmt wurde, während die linke Seite unverändert belassen wurde. Es ist offensichtlich, dass der höhere Dämmstandard das Wachstum von Algen oder Schwärzepilzen verursacht hat.

Biozide sollten aus Umweltschutzgründen und wegen ihrer zeitlich begrenzten Wirkung nicht eingesetzt werden. Um mikrobielles Wachstum zu vermeiden, müssen daher neue Möglichkeiten entwickelt werden, die möglichst auf physikalischen Maßnahmen beruhen. Für diesen Zweck werden sowohl Berechnungen als auch umfassende Untersuchungen an Fassadenoberflachen auf der Freilandtestfläche des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) durchgeführt.

Die Wirksamkeit von Vermeidungsstrategien berechnen

Das IBP greift auf das von ihm entwickelte und vielfach validierte Berechnungsprogramm „WUFI“ zurück, um die Wirksamkeit von Vermeidungsstrategien zu beurteilen. Damit die berechneten Daten für die Oberflächentemperatur und –feuchte der einzelnen Wandkonstruktionen mit den Messdaten verglichen werden können, legt das IBP für die Berechnungen die zum gleichen Zeitraum erfassten Außenklima-Randbedingungen zugrunde. Es handelt sich somit in allen Fällen um Ergebnisse für das Holzkirchner Klima.

Dies er Beitrag ist Teil eines Artikels au s   B+B BAUEN IM BESTAND , Ausgabe 02.2013

Autoren: Dr.-Ing.Martin Krus, Dr. rer. nat. Cornelia Fritz, Dr.-Ing. Hartwig M. Künzel

zuletzt editiert am 09. April 2021
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