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Wie man auch mit zerstörungsfreien Methoden Informationen zum Inneren eines Betonbauwerks sammeln kann, erläuterte Dipl.-Ing. Helena Eisenkrein. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Betoninstandsetzung 2015-03-16T00:00:00Z Betoninstandhaltung: Zerstörungsfrei ins Innere sehen

Auf dem 23. Fachsymposium Betoninstandhaltung der Landesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken Nordrhein-Westfalen am 10. März 2015 in den Dortmunder Westfalenhallen stand die neue Instandhaltungsrichtlinie zwar im Mittelpunkt. Den Anfang machte aber Dipl.-Ing. Helena Eisenkrein, die den mehr als 200 Teilnehmern in ihrem Vortrag neue zerstörungsfreie Prüfmethoden für Betonbauwerke vorstellte.

Dabei wies sie unter anderem auf ein Kompendium der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hin, in dem 115 Methoden beschrieben werden. Dieses Nachschlagewerk informiert nicht nur ausführlich über die Verfahren, sondern erlaubt auch, mögliche Prüfmethoden für bestimmte Aufgaben wie Ablösungen oder das Detektieren von Hohlstellen zu finden. Das Kompendium „Verfahren der Zerstörungsfreien Prüfung im Bauwesen“ ist kostenlos unter www.bam.de verfügbar.

Insgesamt stellte Eisenkrein drei neue Verfahren vor. Beim ersten handelt es sich um ein verfeinertes Ultraschallverfahren, das sich noch in der Erprobungsphase befindet. Mit ihm lassen sich Alterung und Abnutzung von Betonoberflächen bestimmen, um so zu Aussagen zu kommen, wie weit die Carbonatisierung fortgeschritten ist. Das zweite Verfahren kombiniert die Rückprallhammerprüfung ebenfalls mit Ultraschalluntersuchungen und der Ermittlung der Betondruckfestigkeit an Bohrkernen. Mit dieser Methode kann die Betondruckfestigkeit an Bestandsbauteilen aus Beton wesentlich genauer als bisher eingeschätzt werden.

Den Schwerpunkt von Eisenkreins Ausführungen bildete aber die Thermografie. Sie kann eingesetzt werden, um gerade an schwer zugänglichen Betonbauteilen zu einer ersten Einschätzung zu kommen, ob und wo Hohlstellen oder andere Imperfektionen vorliegen, die Temperaturunterschiede zeigen. Die Referentin betonte, dass die mit dieser Methode gewonnenen Ergebnisse durch Bauwerksuntersuchungen validiert werden müssen, um festzustellen, ob das, was gemessen wurde, auch tatsächlich vorliege.

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Architekten, Sachverständige, Auftraggeber, Studenten, Meisterschüler und Produkthersteller: Rund 200 Teilnehmer waren zum 23. Fachsymposium Betoninstandhaltung in die Dortmunder Westfalenhallen gekommen. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Das Verfahren beruht darauf, dass sich die Oberflächentemperatur an den Fehlstellen in einem Bereich von weniger als einem Grad Celsius erhöht. Dafür ein Beispiel: Scheint die Sonne auf das Betonbauteil, kommt es in einer Hohlstelle zu einem Wärmestau, der sich in einer leichten Erhöhung der Oberflächentemperatur zeigt. Sie kann thermografisch gemessen werden. Fährt man die gesamte Oberfläche ab, ergibt sich ein Bild, wo überall Hohlstellen vorliegen. In diesem Fall wird die Sonnenenergie genutzt, um dem Bauwerk Energie zuzuführen.

Ein anderes Beispiel: Bei einem Kühlturm, in dem die Wärme von innen nach außen geleitet wird, waren die Bewehrungsbügel in der Thermografie überall dort zu erkennen, wo die Betonüberdeckung zu gering war. Es kommt also darauf an, sich zunächst mit der Struktur und Geschichte des Bauwerks zu beschäftigen, um daraus abzuleiten, welches Verfahren für welche Fragestellung am sinnvollsten eingesetzt werden kann. Die Interpretation der Thermografieergebnisse erfordert Erfahrung.

Instandhaltungsrichtlinie aus drei Perspektiven vorgestellt

Die folgenden drei Vorträge beschäftigten sich mit der neuen Instandhaltungsrichtlinie, deren Gelbdruck bis Mitte des Jahres vorliegen soll. Sie wurde in drei Vorträgen aus der Sicht des Regelwerkgebers, des sachkundigen Planers und des ausführenden Unternehmens vorgestellt. Mehr darüber erfahren Sie in der Mai-Ausgabe von B+B BAUEN IM BESTAND.

Michael Henke

www.lib-nrw.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
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