Dieses Bild zeigt ein modernes Architekturgebäude, umgeben von Bäumen. Der Betonbau zeichnet sich durch klare Linien aus und ist durch eine asphaltierte Straße erschlossen.
Das Gymnasium in Neustadt an der Waldnaab aus den 1970er-Jahren wurde einer Generalsanierung unterzogen und von Brückner & Brückner Architekten zu einem modernen Schulgebäude umgebaut. (Quelle: Warema)

Gebäude + Energie 2024-08-15T06:47:25.985Z Beton brut, cool saniert

Thema des Monats August: Mit dem Umbau und der energetischen Modernisierung des Gymnasiums im oberpfälzischen Neustadt an der Waldnaab transformierten Brückner & Brückner Architekten die Beton-brut-Architektur von 1977 in ein modernes Schulgebäude. Die Baumaßnahmen erfolgten im laufenden Betrieb und unter ressourcenschonendem Einsatz der Bestandsmaterialien.

Ein modernes Bürogebäude mit einer reflektierenden Glasfassade, umgeben von grünen Bäumen unter einem blauen Himmel mit weißen Wolken. Eine breite Treppe führt zum Eingangsbereich.
Für den modernen Schulbetrieb wurde eine neue Eingangssituation mit großer Freitreppe geschaffen. (Quelle: Warema)

Das Gymnasium in Neustadt an der Waldnaab ist Teil eines Schulcampus am Rande der Kreisstadt. Es war 1977 von den Architekten Georg Rembeck, Xaver Bogner und Ferdinand Hasl auf einer Waldlichtung errichtet worden. Zusammen mit der erforderlichen energetischen Sanierung der kompakten Beton-Architektur gelang Brückner & Brückner Architekten die Verwandlung des ungeliebten Beton-brut-Bauwerks in einen zeitgemäßen Ort des Lernens, der Kommunikation und der Begegnung. Für den modernen Schulbetrieb wurde die Raumordnung systematisch umstrukturiert und eine neue Eingangssituation mit großer Freitreppe geschaffen. Neu ist auch die Aula mit Tageslichtdecke sowie eine mehrgeschossige Bibliothek mit Vortragsraum und kommunikativen Sitznischen auf den Fluren. So entstand ein fortschrittliches Schulgebäude, technisch und funktional auf der Höhe der Zeit und mit lichtdurchfluteten Räumen in warmen und hellen Farben.

Futuristische Fassade steht für modernen Schulbetrieb  

Die Neugestaltung der sperrigen Beton-brut-Fassade spielt kreativ mit den vorgefundenen Elementen und schon soll schon von außen einen zukunftsorientierten Schulbetrieb symbolisieren. Die ehemals handwerklich aufwendig bearbeitete Betonfassade war nach über 40 Jahren stark nachgedunkelt und unansehnlich geworden. Abgesehen von der rauen Struktur und der nach heutigen Maßstäben unzureichenden Dämmung war jedoch die Qualität der Beton-Vorhangfassade auch nach fast einem halben Jahrhundert nicht zu beanstanden und ein Abriss sowohl aus Gestaltungs- wie Nachhaltigkeitsüberlegungen nicht geboten.

Das Bild zeigt ein modernes Bürogebäude mit einer Fassade aus reflektierendem Glas an einem sonnigen Tag mit klarem Himmel. Das Gebäude zeichnet sich durch klare Linien und eine Kombination aus Glas- und Holzelementen aus.
Eine spiegelnde Aluminium-Fassade kontrastiert die Beton-brut-Architektur des Bestandsbaus und ergänzt die alte Betonfertigteil-Fassade da, wo Neues gebaut wurde. (Quelle: Warema)

Für die energetische Ertüchtigung reichte eine 80 Millimeter dicke, mineralische Innendämmung. Die alten Aluminiumfenster wurden durch neue Holz-Alu-Fenster ersetzt und für den Sonnenschutz mit silbergrauen Fenstermarkisen von Warema ausgestattet. Die Schwere der Betonfassade ist nun spielerisch aufgelöst durch schmale Aluminiumleisten, die in die Vertikalstruktur der Brüstungselemente eingelassen sind. Sie hellen die Fassade auf und verleihen ihr je nach Tageszeit eine sich wandelnde Optik. Wo neu gebaut wurde sowie an den Fluchttreppenhäusern und am Haupteingang kontrastierten die Architekten die raue Betonstruktur mit einer glänzenden Spiegelfassade aus polierten Aluminium-Verbundplatten. Bäume und Sträucher spiegeln sich hier wider – die Ansicht scheint sich fast aufzulösen und bildet als quasi entmaterialisiertes Spiegelbild den maximalen Kontrast zur Massivität der Bestandsfassade. 

Gutes Raumklima für besseren Lernerfolg  

Behaglichkeitskriterien wie Lichtverhältnisse und Raumtemperatur haben erhebliche Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft von Schülerinnen und Schüler. Schon wenige Grad Celsius Differenz können entscheidend zum thermischen Wohlbefinden und damit zum Lernerfolg beitragen. Daher hat die Wahl der richtigen Maßnahmen für den Blend- und Hitzeschutz einen wesentlichen Einfluss auf die Motivation und damit die Lernergebnisse.

Detaillierte Ansicht der modernen Fassade eines Gebäudes mit wiederholten Strukturen aus Beton und Glasfenstern bei Tageslicht
Vertikale Aluminiumleisten nehmen der Betonarchitektur die Schwere und lockern die strenge Struktur der Fassade auf. Die alten Fenster wurden ausgetauscht und die neuen Holzfenster mit Warema Fallarm-Markisen als Sonnen- und Blendschutz ausgestattet.

Bei der Sanierung des Gymnasiums Neustadt an der Waldnaab entschieden sich die Architekten für einen effektiven außenliegenden Sonnenschutz und setzten dafür Schacht-Basis-Markisen mit Fallarm von Warema ein. Die Markisen konnten in den Schacht über dem Sturz der neuen Fenster integriert werden. Die Warema Armtechnik sorgt für eine optimale Tuchspannung des feuerbeständigen Spezialgewebes. Das mit PVC bedampfte und schmutzabweisende Sonnenschutzgewebe Soltis 92 reflektiert im Sommer die Wärmestrahlung und hilft im Winter, die Wärme im Innenraum zu erhalten. Selbst bei komplett heruntergefahrenem Tuch bleibt die Durchsicht nach außen und damit der visuelle Kontakt der Schülerinnen, Schüler und Lehrenden zur Außenwelt bestehen. Ebenso ist eine natürliche Belüftung durch die geöffneten Fenster auch bei heruntergelassenem Sonnenschutz möglich. Der ausgewählte Soltis Behang hat einen sehr hohen Farbwiedergabeindex und lässt die Gegenstände auch bei heruntergefahrenem Sonnenschutz natürlich aussehen. Durch den ausgezeichneten Blendschutzeffekt bestehen auch bei starkem Sonnenschein gute Bedingungen für ein produktives Lernklima im Klassenzimmer. Weitere Informationen über das Architekturbüro >>> . Weitere Informationen über Warema >>>

Bautafel

Projekt: Schulsanierung Gymnasium Neustadt a. d. Waldnaab

Ort:

Bildstraße 20, 92660 Neustadt an der Waldnaab

Nutzung:

Schule

Bauherrschaft:

Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Architektur:

Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth/Würzburg

Fertigstellung:

2022

Preise:

Materialpreis 2021, Auszeichnung in der Kategorie Materialeinsatz; Auszeichnung Architekturpreis Beton 2023; Nominierung DAM Preis 2023; Auszeichnung BDA regiNO Preis 2024

zuletzt editiert am 15. August 2024
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