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Der erste Platz ging an die TM Ausbau GmbH, für den Ausbau des Deutschen Theaters in München. (Abb.: Photo Graf, München)

Bauwerkserhaltung 2014-03-19T00:00:00Z Besondere Leistungen im Trockenbau ausgezeichnet

Mit der offiziellen Bekanntgabe der neun Gewinner ging der Trockenbauwettbewerb „Rigips Trophy 2013/2014“ am 21. Februar in sein Finale. Der Wettbewerb fand be-reits zum neunten Mal statt. Die Expertenjury würdigte Projekte, die sich durch besondere handwerkliche Leistungen im Trockenbau auszeichnen. Wir stellen vier der Gewinner mit Sanierungsprojekten vor.

1. Platz: Deutsches Theater in München

Zum Sieger in der Kategorie Trockenbau und damit zum Empfänger der Trophäe in Gold wurde die TM Ausbau GmbH aus Puchheim gewählt. Im Rahmen umfassender Umbau- und Modernisierungsarbeiten in dem im 19. Jahrhundert erbauten Theater realisierte das Team der TM Ausbau GmbH unter anderem eine dreidimensional geformte Rigips-Lochsichtdecke im großen Veranstaltungssaal. Sie entstand als Kombination von übereinander liegenden, gebogenen und entkoppelten Akustik- und Schallschutzkonstruktionen. Integrierte Leuchtkanäle – von den Gewölbetechnik- und Ausbauspezialisten der Voringer GmbH aus Gipsfaserplatten vorgefertigt – sorgen für besondere Lichteffekte. Viele Parameter, wie eine hohe Pass- und Montagegenauigkeit sowie eine bestmögliche Oberflächengüte, waren für das Gelingen dieses einzigartigen Projektes entscheidend.

Einstimmig lobten die Jurymitglieder die gestalterischen und technischen Leistungen des Trockenbauteams aus Puchheim. Form, Gestaltung und Farbe wurden äußerst homogen und stimmig umgesetzt und bilden einen interessanten Kontrast zur Fassade des Gebäudes, die in keiner Weise vermuten lässt, was den Besucher im Inneren erwartet. Doch nicht nur die sichtbaren Oberflächen, auch das technisch Anspruchsvolle im Verborgenen wurde von der Jury explizit ausgezeichnet.

Gewinner Leistungsbereich Akustiksysteme: Orchesterprobensaal des Niedersächsischen Staatstheaters, Hannover

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Für den Umbau des Orchesterprobensaals des Niedersächsischen Staatstheaters erhielt die Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG aus Gehrden den begehrten Preis im Bereich Akustiksysteme. ( Abb.: Ralf Mohr, Hannover)

Eine erstklassige Klangqualität war die Zielmarke für den Umbau des großen Orchesterprobensaals des Niedersächsischen Staatstheaters in Hannover. Ebenso erstklassig umgesetzt wurde das raumakustische Konzept von der Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG aus Gehrden. Alle raumbildenden Elemente in dem neun Meter hohen Saal sowie die Anschlüsse an begrenzende Bauteile wurden von der Gebäudehülle akustisch entkoppelt ausgeführt. Zum Deckeneinbau etwa wurde eine spezielle Unterkonstruktion mit Mineralwollematten gedämmt und an Federn aufgehängt. An die Unterseite der Konstruktion wurde eine Decke aus glatten Gipsbauplatten und daran die Sichtdecke aus Gipskarton-Faltelementen an unterschiedlich langen Abhängern montiert. Die Wände werden den hohen akustischen Anforderungen durch Vorsatzschalen mit einer doppelten Beplankung aus Gipsplatten gerecht, zwischen deren Lagen eine Bitumenbahn eingebracht wurde. Den Abschluss der Wände bilden die mit unterschiedlichen Elementen ausgefachten Kassettenbahnen, die keine glatten Oberflächen bilden und so den Nachhall in allen Frequenzen unterbinden.

Die durch die Trockenbaumaßnahmen erzielte hervorragende Raumakustik des umgebauten Orchesterprobensaals wurde durch eingehende Prüfungen bestätigt und überzeugte auch die Jurymitglieder. Die in dieser schallentkoppelten Raum-in-Raum-Lösung umgesetzten Ideen und die zielführende Kombination unterschiedlicher Materialien zeichnen aus Sicht der Juroren dieses Gewinnerobjekt aus. Außerdem waren viele der hier raumakustisch erforderlichen Bauteilformen ausschließlich mithilfe von Trockenbautechnik möglich.

Gewinner Leistungsbereich Brandschutzsysteme: Alte Post, Trier

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Für besondere Leistungen im Bereich Brandschutzsysteme in der alten Post Trier wurde die Frings Montagebau GbR von der Jury ausgezeichnet. (Abb.: Frings Mon-tagebau, Altrich)

Mit individuell entwickelten und umgesetzten Brandschutzlösungen im alten Posthof der Trierer Hauptpost sicherte sich die Frings Montagebau GbR den Sieg im Leistungsbereich Brandschutzsysteme: Die Revitalisierung des historischen Gebäudeensembles mit seinen eindrucksvollen Renaissance-Fassaden forderte ein hohes Maß an Brandschutzkompetenz von den Trockenbauprofis aus Altrich. So wurden etwa 4.800 der insgesamt 6.000 Quadratmeter umfassenden Deckenflächen als Brandschutzdecken ausgebildet. Stahlstützenbekleidungen, Schachtwandkonstruktionen und der brandschutztechnische Ausbau eines Dachgeschosses gehörten ebenso zu den Herausforderungen wie die Wiederherstellung von historischen Rundbögen und Stützen im Bereich eines Ladengeschäftes. Die dafür benötigten Stuckprofile entstanden vor Ort, Stützenbögen wurden mit biegsamen „GK-Form“ Platten bekleidet.

Die Realisierung der brandschutztechnischen Lösungen im alten Posthof gefiel der Expertenjury aus mehreren Gründen. Zum einen stellt dieses Projekt ein gutes Beispiel für den „Normalfall“ auf solch historischen Bestandsbaustellen dar: Es existieren keinerlei Pläne, sämtliche Hindernisse und Details müssen im engen Zusammenspiel zwischen Planer und Fachhandwerker vor Ort diskutiert und gelöst werden. Zum anderen haben die Mitarbeiter der Frings Montagebau GbR dafür gesorgt, dass auch im Inneren der historische Charakter des Gebäudes beibehalten beziehungsweise wieder hergestellt werden konnte.

Gewinner Leistungsbereich Wohnbau: Dachgeschossaufstockung, Berlin

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Die Freyer Bauunternehmen GmbH aus Müllrose sicherte sich den ersten Platz im Bereich Wohnbau für die Aufstockung eines Dachgeschosses in Berlin. (Abb.: Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf)

Vier Wohnungen im Premiumsegment sollten in der obersten Etage eines Berliner Hauses aus der Gründerzeit entstehen. Mit dem Umbau des in einem desolaten Zustand vorgefundenen Dachgeschosses sicherte sich die Freyer Bauunternehmen GmbH aus Müllrose den ersten Platz im Leistungsbereich Wohnbau. Dem Gebäude sollte ein optisch auffälliges, dem Charakter seiner Entstehungszeit aber entsprechendes Aussehen gegeben werden. Der Architekt wählte eine Kuppelform mit aufgesetzter „Laterne“ und Spitzgiebel mit segmentierten Verglasungen. Damit konnten die Raumhöhen im Innenbereich nach außen relativiert und dem Höhenkonzept des Gebäudes angeglichen werden. Unter anderem das aufwändige Einarbeiten der Spitzgauben und Rundfenster mit biegsamen „Rigips-Platten“ forderte das Trockenbauteam. Gebogene Giebel, Ständertrennwände in unterschiedlichsten Wandstärken, Decken- und Dachschrägenbekleidungen, diverse Brand- und Schallschutzkonstruktionen sowie die Oberflächengestaltung füllten das Aufgabenheft. Alles andere als einfach gestaltete sich die Logistik: Die Bestückung der Baustelle in der fünften Etage erfolgte ohne Baugerüst mit Hochkrantechnik.

Optimierte Flächennutzung und Verdichtung sind die Schlagworte, mit denen sich Bauherren, Architekten und Planer, aber auch Ausbauunternehmen künftig noch intensiver beschäftigen müssen. Für die mustergültige Lösung dieser zukunftsweisenden Bauaufgabe kürte die Jury der Rigips Trophy daher die Freyer Bauunternehmen GmbH zum Gewinner im Leistungsbereich Wohnbau. Der Ausbau des Dachgeschosses zeigt eindrucksvoll, wie neuer Wohnraum im Bestand geschaffen werden kann. Insbesondere der kreative und gekonnte Umgang mit Trockenbausystemen hat dafür gesorgt, dass Substanz und Neuerrichtetes harmonisch zusammengeführt werden konnten.

Alle Gewinner der Rigips-Trophy auf einen Blick    

zuletzt editiert am 09. April 2021
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