Versuchsaufbau Fraunhofer Umsicht
Die Produkte wurden an unterschiedlichen Mauerwerken getestet. Dazu baute man Gefache mit verschiedenen Werkstoffen in eine bestehende Fassade ein. (Abb.: Fraunhofer UMSICHT)

Bauwerkserhaltung 2014-09-05T00:00:00Z Beschichtungen auf Leistungsfähigkeit getestet

Fassadenbeschichtungen sollten wenig Wasser aufnehmen und es schnell wieder abgeben. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) hat verschiedene Funktionsbeschichtungen und Dämmputze unter Realbedingungen auf ihre Beschichtungsqualität getestet.

Ein Jahr lang untersuchten die Forscher des Instituts in fünf gängigen Beschichtungen die Wasseraufnahme und den Feuchtetransport, die Wasserdampfdurchlässigkeit sowie die Fähigkeit zur Wärmedämmung.

Die Produkte wurden für die Analyse anonymisiert und entsprechend der Herstellerangaben verarbeitet. Für die Bestimmung der Durchlässigkeitsrate für Wasser wurden die Muster auf Kalksandstein und für die Wasserdampfdurchlässigkeit auf Glasfritten aufgetragen. Zur Beschreibung des Wasseraufnahmevermögens der Baustoffe und Beschichtungen wurden die Probenkörper unter definierten Bedingungen in Wasser getaucht und in geeigneten Zeitabständen gewogen. Für die Bestimmung der Wärmedämmung (U-Wert), haben die Forscher einen Versuchsstand zur Bewitterung entworfen. Hierfür wurden Gefache als Trennwände zwischen innen und außen in einer realen Gebäudefassade eingebaut. Die für die Gefache unterschiedlich genutzten Materialien wie zum Beispiel Ziegel und Kalkzementputz stehen dabei für entsprechende Mauerwerke. Dabei konnten die Forscher deutliche Abhängigkeiten der Wärmedämmung von der Feuchtigkeitsaufnahme und der Regenbeanspruchung der Außenfassade feststellen.

Zwei Produkte konnten sich behaupten

Zwei Produkte konnten sich bezüglich einer geringen Wasseraufnahme gegenüber den anderen behaupten: „Cerabran Outside“ sowie das Dämmputz-System „Branelit“ des Versuchsauftraggebers Proceram. Beide Produkte ließen in unterliegende Putzschichten eingedrungene Feuchtigkeit aufgrund einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit zuverlässig trocknen.

Gegenüber althergebrachten Dämmmaterialien wie Styropor, Glaswolle oder Holzfaserdämmplatten, bestehen sie aus natürlichen und rein mineralischen Materialien, wodurch sie nicht entflammbar (Hitzebeständig bis 1200 Grad) sind. Sie zeichnen sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit aus, wodurch auch bei geringen Auftragsstärken eine hohe Wärmedämmung ermöglicht wird.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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