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Innendämmungen mit Dampfbremse können bei fachgerchter Planung und Ausführung in vielen Anwendungsfällen eine sichere und effiziente Bauweise sein. (Abb.: Deutsche Rockwool)

Innendämmung 2013-11-25T00:00:00Z Beim Dampf auf die Bremse treten

Die Innendämmung von Außenwänden wird weit verbreitet als Maßnahme mit hohem Risikopotenzial angesehen. Sie wird nur angewendet, wenn keine alternative Sanierungsmethode besteht, dämmtechnische Maßnahmen jedoch als unabdingbar angesehen werden. Dass eine Innendämmung mit Dampfbremse in vielen Anwendungsfällen eine sichere und effiziente Bauweise sein kann, beschreibt dieser Beitrag.

Außenbauteile sind von zwei Seiten Feuchtebelastungen ausgesetzt, die in Abhängigkeit von Gebäudesituation, Jahreszeit und Nutzerverhalten entsprechende Schwankungen und Intensitäten aufweisen. Zum einen kann dauerhaft erhöhte Materialfeuchte in der Baukonstruktion zu Schäden führen, zum anderen ist die relative Luftfeuchte im Innenraum ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner. Bei einem Wandaufbau ohne Dämmung nimmt der Putz auf der Innenseite der Außenwand die eingedrungene Raum- Luftfeuchte auf und gibt sie zur Raumseite hin wieder ab. Wird eine innenseitige Wärmedämmung eingebaut, so verändert sich dieser Feuchteaufnahme- und Trocknungs- Vorgang, denn die Innendämmung senkt das Temperaturniveau der außen liegenden Konstruktion ab.

Dass eine Innendämmung eine sichere und effiziente Bauweise sein kann, zeigen wissenschaftliche und praktische Untersuchungen an unterschiedlichen Instituten und Objekten sowie Langzeiterfahrungen an konkreten Bauwerken. Das von allen Beteiligten am meisten gefürchtete Risiko einer Tauwasserbildung konnte dabei weitgehend entkräftet und der bisher übliche Tauwassernachweis durch das vereinfachende Glaserverfahren mit konstanten Randbedingungen als ungeeignet beschrieben werden. Danach ist bei einer Innendämmung das dynamische Verhalten von Wärme und Feuchte zu betrachten. Nach dieser Erkenntnis wurden klare Regeln für die Verwendung und Wirksamkeit von Innendämmsystemen aufgestellt, die in dem WTA-Merkblatt 6-4 (Ausgabe 2009) veröffentlicht wurden.

Gebrauchstauglichkeit von Innendämmungen nachweisen

Der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit ist für eine Innendämmung unterschiedlich aufwendig zu führen: Entweder wird unter bestimmten Voraussetzungen eine Konstruktion nach DIN 4108-3 mit reduziertem Wärmedämmwert und Mindestdampfdiffusionswiderstand (Mindest- s di-Wert) gewählt. Oder für jedes Objekt wird mit einer speziellen Software das hygrothermische Verhalten der innen gedämmten Wand unter den jeweiligen Praxisbedingungen simuliert. Zwischen dieser Minimal- und Maximalvariante besteht die Möglichkeit, für den ungestörten Wandbereich die genannten Feuchtebelastungen „Schlagregen von außen“ und „Tauwasser von innen“ in einem vereinfachten Nachweis zu betrachten. Hierzu muss sichergestellt sein, dass im Innenraum eine normale Feuchtelast vorliegt, das Mauerwerk nicht an anderer Stelle unplanmäßig durchfeuchtet wird und der Bereich zwischen Innendämmung und Außenmauerwerk nicht von Luft durchströmt wird. In solchen Fällen müssen in Abhängigkeit von den kapillaren Eigenschaften des Untergrunds und dem angestrebten Verbesserungsmaß der Innendämmung ( ΔR ) bestimmte Mindest- s di- Werte des inneren Aufbaus einer Dämmung mit Dampfbremse eingehalten werden. Nur so lässt sich vermeiden, dass sich Tauwasser anreichert beziehungsweise zu hohe Feuchtewerte, im Sinne einer maximalen Gleichgewichtsfeuchte von über 95 Prozent relativer Feuchte, entstehen. Für diese Fälle liefert das WTA-Merkblatt 6-4 eine Planungshilfe.

Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND , Ausgabe 04.2013

Autoren: Werner Dorß, Jürgen Gänßmantel, Wolfgang Schreiber

zuletzt editiert am 09. April 2021
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