Viele Dämmverfahren, mit denen man mit vergleichsweise geringem finanziellen Einsatz ein Optimum an Energieeinsparung erzielen kann, sind weitgehend unbekannt. Hierzu zählen die Dämmung von Dachschrägen mit Sparrenexpandern, die Außendämmung mit Expandern und die Dämmhülsenkonstruktion zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese Verfahren haben gemeinsam, dass mit ihnen preiswert Bauteile gedämmt werden können, die ansonsten nur schwer oder mit hohem finanziellen Aufwand energetisch saniert werden können.

Soll ein Dachboden genutzt und deshalb beheizt werden, ist es sinnvoll, die Dachschrägen nachträglich zu dämmen, denn die Wärmeverluste beim oberen Abschluss sind enorm. Allerdings ist eine nachträgliche Außendämmung des Daches verhältnismäßig teuer, da das ganze Dach hierbei gleich mit erneuert werden müsste. Günstiger ist es in diesem Fall, eine Zwischensparrendämmung von innen auszuführen. Nicht geeignet sind hierfür starre, unflexible Plattendämmstoffe aufgrund der hohen Kosten und der Fugen, die beim Einbau entstünden. Besser geeignet sind Matten- oder Einblasdämmstoffe. Diese sind kostengünstiger und lassen sich fugenfrei verarbeiten.
Die Sparren haben allerdings in den meisten Fällen nur eine Höhe von 14 bis 16 Zentimetern, die für eine gute Wärmedämmung zu gering ist. Auch die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) beziehungsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können mit solch geringen Dicken nicht erfüllt werden. Eine nachhaltige und wirtschaftliche Dachdämmung benötigt mindestens 28 Zentimeter.
Um eine solche Dicke zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Der Sparren kann nach innen mit einem Balken aufgedoppelt werden. Eine andere Variante ist das seitliche Anbringen einer Holzbohle. Beide Verfahren sind aber relativ unpraktisch, da Holzbohlen entweder teuer sind oder zum Aufdoppeln zu große Unebenheiten (Biegungen) aufweisen. Außerdem ist der Arbeitsaufwand hoch, große und schwere Holzbalken auf den Dachboden zu transportieren. Eine elegante Lösung bietet für dieses Problem der Sparrenexpander.
Mit ihm lässt sich der Sparren auf ein gutes Dämmmaß aufdoppeln. Wegen seines schmalen Querschnitts erreicht man zudem eine fast wärmebrückenfreie Konstruktion, so dass der U-Wert im Vergleich zu einer Konstruktion mit massiven Holzbalken um circa zehn Prozent besser ist. Ein Sparrenexpander besteht aus einem Sperrholzbrett und einer eingenuteten Latte aus OSB-Platten. Es gibt Sparrenexpander in verschiedenen Breiten, so dass Sparrenaufdopplungen von 12 bis 30 Zentimetern möglich sind. Sie werden seitlich an den Sparren fixiert. Unter der OSB-Latte wird anschließend die Dampfbremse oder -sperre installiert. Darunter werden quer zur Sparrenlage die Installationslatten für den Innenausbau angeordnet, auf denen in der Regel Gipskarton- oder Gipsfaserplatten montiert werden. Es ist ratsam, die Ebene für die Gipslattung ebenfalls mit einem Dämmstoff auszufüllen.
Bei dieser Konstruktion entsteht ein unregelmäßig geformter Dämm-Querschnitt, der mit Mattendämmstoffen nur schwer fugenfrei gedämmt werden kann. Es empfiehlt sich daher, faserförmige Einblasdämmstoffe einzusetzen, zum Beispiel Zellulose WLS 040 oder Glaswolle WLS 035.
Außenwand nachträglich mit Expandern dämmen
Das grundsätzliche Problem einer nachträglichen Außenwanddämmung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) besteht darin, dass Außenwände in Bestandsgebäuden fast immer uneben sind. Daher lässt sich ohne aufwendige Ausgleichsmaßnahmen bei den meisten Systemen trotz sorgfältiger Arbeit nicht vermeiden, dass die mit Kleber und Dübeln befestigten Platten teilweise hinterlüftet sind. Eine Hinterlüftung verringert jedoch die Wirkung des WDVS. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde ein System entwickelt, das die Fassade ausrichtet, ohne dass Wärmebrücken entstehen.
Dieser Beitrag ist Teil ist eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND, Ausgabe 2.2014
Autoren: Hanne Paschko und Arnold Drewer

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