Betrieb 2018-07-06T00:00:00Z Bauverbände schließen sich zusammen

Die sieben Verbände des nordrhein-westfälischen Baugewerbes haben sich neu formiert: Als Dachorganisation soll Bauverbände.NRW ab dem kommenden Jahr ein noch besserer Dienstleister für die gut 4.100 Betriebe und die 127 Innungen sein.

Zugleich möchte der Dachverband ein „politisches Schwergewicht, an dem bei Bauthemen keiner vorbeikommt“ sein, sagt Rüdiger Otto, der designierte Präsident von Bauverbände.NRW. Das neue Dach beendet die mehr als 70 Jahre bestehende Trennung in Nordrhein (fünf Verbände) und in Westfalen (zwei Verbände). Die Entscheidung zur Dachorganisation fiel nahezu einstimmig.

Mit der Zusammenkunft der Innungs- und Verbandsvertreter in Essen schlage man „ein neues Kapitel auf“, freuten sich Otto, Präsident der Baugewerblichen Verbände, und Karlgünther Eggersmann, sein Kollege von den Bauverbänden Westfalen, der Vizepräsident des neuen Zusammenschlusse werden soll. Der „Schritt zu einer noch schlagkräftigeren, effizienteren und zukunftssichereren Formation“ sei längst überfällig gewesen. Rüdiger Otto lobte das Vertrauen, den Kooperationswillen und das Engagement bei allen beteiligten Organisationen und den Verbandsmitarbeitern. Ohne diese positive Grundeinstellung zu der neuen Formation wäre es nicht möglich gewesen, die Vorbereitungen in nur sechs Monaten so weit voranzubringen.

Neben einer größeren politischen Schlagkraft soll der Verband den Innungsbetrieben noch besser beratend zur Seite stehen. Dazu stehen laut Eggersmann zehn qualifizierte Berater zur Verfügung, vom Juristen über einen Biologen bis zum IT-Professional.

Die Organisationsstrukturen der sieben Mitgliedsverbände sollen dabei ebenso erhalten bleiben wie deren demokratische Willensbildung und die Hoheit über die Einzelhaushalte. Satzungssitz des e.V. wird Düsseldorf sein. Die beiden Geschäftsstellen in der Landeshauptstadt und in Dortmund bleiben jedoch als „Rathäuser des Baugewerbes“ erhalten. In Bauverbände.NRW zusammengeschlossen sind ab Januar die Berufsgruppen der Maurer und Betonbauer, der Brunnenbauer, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Fliesenleger, Straßen- und Tiefbauer, Stuckateure, Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz-Isolierer sowie der Zimmerer.

Der Staatssekretär im NRW-Bauministerium, Jan Heinisch, gratulierte auch im Namen von Ministerin Ina Scharrenbach zu dem Mut, zusammenzugehen. „Das ist die richtige Entscheidung und wird zu einer noch stärkeren Stimme des Baugewerbes führen. Eine gut funktionierende mittelständische Bauwirtschaft ist ein großes Pfund für unser Land, das wir sehr zu schätzen wissen.“ Das Ministerium habe „sehr viel vor, um die Bauinvestitionen erheblich zu steigern. Dabei werden wir sehr auf Sie setzen“, kündigte Heinisch an.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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