In der Historischen Bauforschung werden zahlreiche Daten zu historischen Bauwerken ermittelt. In der Forschungsdatenplattform baureka.online sollen diese Daten gebündelt und archiviert werden. Quelle: Petra Dirscherl / pixelio.de
In der Historischen Bauforschung werden zahlreiche Daten zu historischen Bauwerken ermittelt. In der Forschungsdatenplattform baureka.online sollen diese Daten gebündelt und archiviert werden. Quelle: Petra Dirscherl / pixelio.de

Bauwerkserhaltung

26. May 2021 | Teilen auf:

baureka – ein Datenportal für die Historische Bauforschung

Das FIZ Karlsruhe, das Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, baut gemeinsam mit der RWTH Aachen und der TU Berlin eine digitale Forschungsdateninfrastruktur für die Wissenschaftsdisziplin „Historische Bauforschung“ auf.

Die Historische Bauforschung untersucht historische Bauwerke intensiv: Sie vermisst, zeichnet, analysiert und interpretiert die Bauten. Auf diese Weise werden große Mengen an Forschungsdaten erzeugt. Die Disziplin hat im Laufe der Zeit wichtige Methoden für den wissenschaftlichen, denkmalpflegerischen und planerischen Umgang mit dem historischen Baubestand entwickelt.

Bisher fehlt eine fachspezifische Forschungsdateninfrastruktur für die Historische Bauforschung. Die Plattform baureka.online soll diese Lücke schließen. Sie ist als zentrale Forschungsdatenplattform für die thematisch international aufgestellte Historische Bauforschung im deutschsprachigen Raum konzipiert. Die Fachcommunity umfasst Architekten, Ingenieure, Architektur- und Kunsthistoriker sowie Denkmalpfleger aus Behörden, Forschungsinstituten sowie baukulturellen Stiftungen. Diese Heterogenität dieser Community erschwert die Kommunikation und den Austausch untereinander. Die neue Plattform soll diesen Austausch von Forschungsdaten und Informationen fördern und das vernetzte Arbeiten maßgeblich erleichtern. Auch das Open-Access-Publizieren der Forschungsergebnisse soll möglich sein.

Forschungsprojekt mit langfristiger Perspektive

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Neben FIZ Karlsruhe sind die RWTH Aachen und die TU Berlin Projektpartner. baureka.online umfasst zunächst die Module baureka.index als zentrale Anlaufstelle zur Recherche von Forschungsdaten und baureka.storage für die Archivierung, Veröffentlichung und Zitierbarkeit von Forschungsdaten.

FIZ Karlsruhe bringt seine informationswissenschaftliche Kompetenz und Erfahrungen in der Umsetzung von Infrastrukturprojekten ein. „Bei der Konzeption des Projekts haben wir darauf geachtet, mit unserem Produkt ,Radar‘ ein etabliertes Forschungsdatenrepositorium einzubinden, das die Langzeitarchivierung der in baureka.storage abgelegten Daten sicherstellt“, erklärt Matthias Razum, Teilbereichsleiter e-Research bei FIZ Karlsruhe. „Durch die enge Vernetzung mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und dort mit dem Konsortium NFDI4Objects ist auch eine Verstetigung von baureka.online über den Förderzeitraum hinaus perspektivisch vorgesehen.“

Darüber hinaus wird der Forschungsbereich „Immaterialgüterrechte in verteilten Informationsinfrastrukturen“ des FIZ Karlsruhe eine Analyse aller relevanten rechtlichen Fragestellungen bei der Archivierung und Publikation von Forschungsdaten im Bereich der Historischen Bauforschung vornehmen und einen Entscheidungsbaum entwickeln. Dieser wird in baureka.online als Online-Assistent implementiert, um die Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen zu gewährleisten.

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