Ein Bild aus der guten, alten Zeit: 2019 war der Europasaal des Eurogress Kongresszentrums in Aachen bei den 45. Aachener Bausachverständigen gut gefüllt. Welche Rahmenbedingungen in diesem Jahr gelten, ist noch nicht sicher. (Quelle: AI Bau)
Ein Bild aus der guten, alten Zeit: 2019 war der Europasaal des Eurogress Kongresszentrums in Aachen bei den 45. Aachener Bausachverständigen gut gefüllt. Welche Rahmenbedingungen in diesem Jahr gelten, ist noch nicht sicher. (Quelle: AI Bau)

Bauwerkserhaltung

17. February 2022 | Teilen auf:

Bauen im Zeichen von Klimawandel und knappen Ressourcen

Am 25. und 26. April 2022 finden die 48. Aachener Bausachverständigentage statt und das Rahmenthema, das der Veranstalter – das Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik, kurz AI Bau – gesetzt hat, könnte aktueller nicht sein: „Klimawandel und Ressourcenknappheit: Wie sollen wir zukünftig bauen? – Teil 1“.

Nach zwei Jahren, in denen die Aachener Bausachverständigentage lediglich digital durchgeführt werden konnten, hofft das AI Bau in diesem Jahr darauf, auch vor Ort wieder Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Um jedoch für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, werden die Vorträge am 25. und 26. April 2022 wie schon in den letzten beiden Jahren in Zusammenarbeit mit einem professionellen Studio live über die Tagungsseite übertragen. Während der Podiumsdiskussionen können die Teilnehmenden Fragen an die Referenten stellen. Die Präsenzveranstaltung ist als Zusatzleistung geplant. Angesichts der derzeitigen Entwicklung scheint es wahrscheinlich, dass die Tagung im Europasaal des Eurogress Kongresszentrums in Aachen stattfinden kann.

Darüber hinaus stehen erstmalig an den drei Folgetagen – vom 27. April bis 29. April, jeweils von 16:00 bis 21:00 Uhr – auf der Tagungsseite Diskussionsforen zur Verfügung. Es sind keine Parallelveranstaltungen geplant, sondern ein zentrales Diskussionsforum, in dem mehrere Referenten mit den Teilnehmenden diskutieren. Darüber hinaus sollen Diskussionsforen mit Ausstellern eingerichtet werden, in denen sich jeweils mehrere Aussteller untereinander und mit Teilnehmern treffen können.

Die Flutkatastrophe als Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels

Am ersten Tag beherrschen die beiden im Rahmenthema genannten Probleme – Ressourcenknappheit und Klimawandel – die Tagung. In den Vorträgen „Dispositionsfreiheit nach § 634 BGB contra Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Schonung von Ressourcen, der Umwelt und Minderung von CO2“ und „Weiterverwendung von aus dem Bestand gewonnenen Bauprodukten: technische und rechtliche Aspekte“ geht es am Vormittag darum, welche rechtlichen und technischen Möglichkeiten es derzeit gibt, der Ressourcenverschwendung durch den Abbruch und das Wegwerfen von Gebautem entgegenzuwirken. Am Nachmittag ist mit der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr und ihren Folgen in insgesamt fünf Vorträgen der Klimawandel das beherrschende Thema: Die Konsequenzen von Stark- und Katastrophenregen aus wasserwirtschaftlicher Sicht werden diskutiert und der Umgang mit beziehungsweise die Vermeidung von Schimmel & Co. nach Überflutungen. Und es gibt Antworten auf die Fragen, ob und unter welchen Umständen man durch kontaminiertes Flutwasser geschädigte Bauteile weiternutzen kann, wie gegen Flutwasser widerstandsfähige Konstruktionen aussehen müssten und ein Gründungsschutz gegen Unterspülung im Baugrund erreicht werden kann.

Wer haftet für Fehler in Regelwerken?

Am zweiten Tag geht es in mehreren Vorträgen um die Haftung für mögliche Fehler in Regelwerken, die regelmäßig als Leistungssoll vereinbart oder ausgelegt werden. Nach Ansicht des AI Bau haften nicht die Regelwerksverfasser, sondern – begründet durch die Anwendungsprüfpflicht – die Anwender von Regelwerken, also Planer, Ausführende und Sachverständige, für die Richtigkeit einer jeweiligen Regelwerksfestlegung. Dennoch sei die Frage zulässig, ob es nicht ein Mindestmaß an Vertrauen in Regelwerke geben muss und daraus Regelwerksverfasser als „Berater“, von „Amts wegen“ oder gar deliktisch haften könnten. In solchen Fällen helfe die oft zitierte, aber kaum begründbare Vermutung, dass Regelwerke, die unter Einbeziehung eines bestimmten Fachkreises ausgearbeitet werden, bis zum Beweis des Gegenteils „a. R. d. T.“ seien, nicht weiter. Am Nachmittag des zweiten Tages stehen zwei Beiträge zu Detail-Problemstellungen – Überhitzungsgefahr bei Fußbodenheizungen, Risiken bei Riemchenbekleidungen auf Wärmedämmverbundsystemen – und mit der Frage „Graue Energie – ist eine Gesamtbilanzierung geboten?“ noch einmal das Thema Ressourcenknappheit auf dem Programm. Weitere Informationen, das vollständige Programm der 48. Aachener Bausachverständigentage und die Möglichkeit sich anzumelden finden Sie auf der Website des AI Bau.

zuletzt editiert am 17.02.2022