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Das Lange Haus der Franckeschen Stiftungen in Halle wurde mit finanzieller Unterstützung der DBU modellhaft saniert. Im neuen Förderschwerpunkt der Stiftung sollen weitere Projekte folgen. Ziel ist es, denkmalgeschützte Häuser ernergetisch aufzurüsten ohne die historische Bausubstanz zu schädigen. (Abb.: Werner Ziegler)

Gebäude + Energie 2011-09-13T00:00:00Z Baudenkmäler energ(et)isch sanieren

DBU stärkt Expertenaustausch für "Energie-Denkmal-Projekte". Die Stiftung stellt drei Millionen Euro für neue Förderinitiativen zur Verfügung.

Das energetische Sanieren von Denkmälern ist schwierig, der Bedarf nach Vernetzung deshalb groß: "Mit einem neuen Förderschwerpunkt wollen wir ein zusätzliches Forum schaffen, in dem sich Forscher, Denkmalpfleger und Archi-tekten über die Chancen und Risiken energetischer Maßnahmen in der Denkmal-pflege verständigen und gemeinsam an innovativen Lösungsstrategien arbeiten können", sagte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deut-schen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Mit der Förderinitiative "Zukunftsweisende Weiterentwicklung denkmalgeschützter Altbausubstanz" wolle die Stiftung einen Impuls geben, dass Architekten und Kulturschützer sich über ihre jeweiligen Fach-gebiete hinaus noch enger vernetzen. Dafür stellt die DBU ein Fördervolumen von drei Millionen Euro zur Verfügung.

Drei Prozent aller bewohnten Gebäude in Deutschland stünden unter Denkmalschutz, sagte Brickwedde: "Sie stiften kulturelle Identität, schaffen regionale Bindung und stehen deshalb unter besonderem Schutz des Staates." Ihre energetische Sanierung gestalte sich aber oft schwierig, da moderne Sanierungsmethoden und Materialien nicht ohne weiteres mit der historischen Substanz kombinierbar seien. Dies bestätigte auch eine Ex-pertentagung im September 2010 im Zentrum für Umweltkommunikation der DBU (ZUK). Grundlage für klimaschonende Maßnahmen bilde eine umfassende integrale Planungs-phase, in der optimale bauliche Lösungen ausgewählt würden. Im neuen Förderschwer-punkt sollten innovative Methoden und Technologien im praktischen Einsatz erprobt wer-den. Zielen von Denkmalpflege, Klimaschutz und Baukultur solle gleichermaßen Rech-nung getragen werden.

Erfahrungen mit integraler Planung für eine optimierte energetische Sanierung von Denkmälern spielten im Rahmen der DBU-Arbeit kontinuierlich eine bedeutende Rolle, erläuterte Sabine Djahanschah, Leiterin des DBU-Referates "Architektur und Bauwesen". Bereits 25 dieser Projekte seien mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert worden, darunter das denkmalgeschützte Fachwerkhaus "Lange Gasse 7" in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Durch den Einsatz ökologischer Baustoffe sei es vor dem Einsturz bewahrt und als Wohnhaus nutzbar gemacht worden. So seien innovative Dämm- und Heizsystemen installiert worden. Auch ein Kriterienkatalog sei entwickelt worden, mit dem sich das Pla-nen und Ausführen von Fachwerksanierungen auf andere Bauvorhaben übertragen las-se. Dies sei ein wichtiger Punkt, sagte Djahanschah. Es gehe der DBU nicht nur darum, einzelne, national bedeutsame Denkmäler vor dem Verfall zu retten, sondern technische Lösungen zum Erhalt eines größeren Gebäudebestands zu entwickeln.

Noch am Anfang stehe ein kürzlich mit rund 124.000 Euro bewilligtes DBU-Projekt, in dem ein ganzheitliches Konzept zur energie-, bauwerks- und komfortgerechten Sanie-rung für das Hannover Congress Centrum (HCC) entwickelt werde. Eine Machbarkeits-studie solle weitere Einsparpotenziale des hochrangigen, denkmalgeschützten Gebäudes ermitteln.

Mit dem neuen Förderschwerpunkt werde nun ein zusätzlicher Akzent gesetzt, um Ideen zur energetischen Denkmalsanierung zu diskutieren, bisherige Erfahrungen zu analysie-ren und darauf aufbauende innovative Konzepte in die Tat umzusetzen, so Brickwedde. Maßgeblich unterstützt werde die weltweit größte Umweltstiftung dabei von der Vereini-gung deutscher Landesdenkmalpfleger und dem Deutschen Nationalkomitee Denkmal-schutz (DNK).

Weitere Informationen erhlaten Sie unter www.dbu.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
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