Arbeiten an Autobahnbrücke
Der 30 Zentimeter starke Überbau aus „Liapor-Leichtbeton“ reduziert bei der Autobahnbrücke die Auflast um rund 60 Tonnen. (Quelle: Holcim Beton & Betonwaren GmbH)

Betoninstandsetzung 2023-10-19T06:50:55.136Z Autobahnbrücken-Sanierung mit Leichtbeton

Wenn sanierungsbedürftige Brücken sich nicht statisch ertüchtigen lassen, ist „Liapor-Leichtbeton“ eine mögliche Lösung: als leichter und robuster Überbau, der die Auflast reduziert und zusätzliche Lastreserven schafft. Bei einer Autobahnbrücke der A3 bei Lohmar südlich von Köln sorgt eine solche Lösung für eine Gewichtsreduktion von rund 60 Tonnen.

Verschleiß und Abnutzung insbesondere durch die Zunahme des Güterverkehrs, Alterserscheinungen, Setzungen sowie Frost- und Tausalzeinwirkungen – die Liste gravierender Schadensbilder an deutschen Brückenbauwerken ist ebenso lang wie vielfältig. Konkret weist nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr als jede zehnte Brücke gravierende Mängel auf und muss abgerissen oder saniert werden. Besonders betroffen sind die Brücken unter stark befahrenen Autobahnen wie der A3 zwischen Köln und Frankfurt. Dort ergab die Überprüfung des rund 40 Kilometer langen Abschnitts zwischen Heumar und Bad Honnef, dass die meisten der 45 Brückenbauwerke komplett erneuert, teilerneuert oder verstärkt werden müssen. Eine dieser Brücken befindet sich bei Lohmar südlich von Köln. Diese eher kleine, widerlagergestützte Balkenbrücke über eine einspurige Fahrstraße wurde im Sommer 2022 saniert.

30 Zentimeter starker Überbau aus Leichtbeton

In diesem Fall ließen sich die darunterliegenden, überlasteten, seitlichen Stützmauern statisch nicht im erforderlichen Umfang ertüchtigen. Daher beschloss man, die Auflast im oberen Brückenbereich zu reduzieren. So wurde zunächst die Asphaltdecke entfernt und etwa 30 Zentimeter des darunterliegenden konstruktiven Unterbetons. Die entstandene Fläche wurde mehrfach abgedichtet und anschließend mit einem Überbau aus „Liapor-Leichtbeton“ vom Typ LC25/28D1.6 in rund 30 Zentimeter Stärke versehen. Die Rezeptur für die 75 Kubikmeter Leichtbeton lieferte Liapor, als Baustoffhersteller- und Lieferant fungierte die Holcim Beton & Betonwaren GmbH in Köln. Die Bauausführung übernahm die Bauwerkskonzept Rhein-Saar GmbH in Koblenz.

Zusätzliche Lastreserve für künftige Verkehrslasten

Der verwendete Leichtbeton weist nicht nur die erforderliche Festigkeit auf, sondern punktet auch durch sein geringes Gewicht. „Beim hier verwendeten ,Liapor-Leichtbeton‘ ließen sich gegenüber Normbeton rund 800 Kilogramm pro Kubikmeter und damit insgesamt rund 60 Tonnen Gewicht einsparen“ erklärt Karl-Heinz Quantius, Prüfstellenleiter bei der Holcim Beton & Betonwaren GmbH. „Damit konnte eine erhebliche Reduktion der Auflast erzielt werden.“ Dadurch wird das Brückentragwerk nicht überbelastet, und entsprechend groß ist die statische Reserve für die künftigen Fahrverkehrslasten. Die Brücke kann nach der Sanierung also mehr Last als zuvor aufnehmen. Der neue Überbau bildet die direkte Basis für die nachfolgende Asphaltdecke – und bringt dafür auch die nötige Stabilität und Dauerhaftigkeit mit. So liegt die Lebenserwartung für den verwendeten Leichtbeton bei mindestens 50 Jahren. Damit ist diese Autobahnbrücke für die nächsten Jahrzehnte wieder voll einsatzbereit. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 19. Oktober 2023
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