2013_05_14_Außenputze
Wasserabweisende Putzsysteme haben hier zur Erhöhung der Feuchtigkeit und dadurch bedingten Zerstörung der Natursteingewände geführt. (Abb.: Petra Egloffstein)

Fassadensanierung 2013-05-14T00:00:00Z Außenputze

Außenputze sollen ein Bauwerk vor Schlagregen und Feuchtigkeit schützen. Bei einer Sanierung wird jedoch oft vergessen, dass sie neben dieser Schutzfunktion noch etwas anderes leisten müssen: Sie dürfen das Trocknen historischer, häufig feuchtebelasteter Bausubstanz nicht behindern. Sonst sind neue Schäden vorprogrammiert.

Putze und Beschichtungen werden einer Beanspruchungsgruppe zugeordnet, die vom jeweiligen Standort des Bauwerks abhängt. Unterschieden werden die Gruppe I mit geringer Schlagregenbeanspruchung, Gruppe II mit mittlerer Schlagregenbeanspruchung und Gruppe III mit starker Schlagregenbeanspruchung. Anhand dieser Gruppen werden Außenputze ohne besondere Anforderungen in Gruppe I, wasserhemmende Außenputze in Gruppe II und wasserabweisende Außenputze in Gruppe III eingeteilt.

Ein Übersichtskarte zur Schlagregenbeanspruchung in Deutschland zeigt die Verbreitung der Beanspruchungsgruppen. Hieraus geht hervor, dass viele Regionen in Deutschland, ausgenommen der Nordosten und das Mainzer Becken, einen wasserhemmenden oder wasserabweisenden Putz erfordern.

Putze im Außenbereich werden durch die Anforderungsnorm DIN V 18550 und die Produktnorm DIN EN 998-1 geregelt. Die DIN V 18550 unterscheidet Putze anhand ihrer verschiedenen Bindemittelarten. Mit dieser Einteilung sind keine Anforderungen an die Eigenschaften der Putze verbunden. Die DIN EN 998-1 unterteilt dagegen verschiedene Putzgruppen nach ausgewählten Eigenschaften wie Druckfestigkeit, kapillare Wasseraufnahme und Wärmeleitfähigkeit.

Die Einteilung nach Druckfestigkeitswerten bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten mit den Anforderungen an die kapillare Wasseraufnahme. Für den Schlagregenschutz von Gebäuden im Bereich der Beanspruchungsgruppe II ist ein Putzsystem einzusetzen, das mindestens die Anforderungen der Gruppe W 2 erfüllen muss. Bei Beanspruchungsgruppe III sollte der w-Wert des Putzes mit < 0,5 kg/(m² ∙ h 0,5 ) im wasserabweisenden Bereich liegen.

zuletzt editiert am 09. April 2021
Newsletter