Die Polizeiinspektion Delmenhorst liegt nah an der Delme, weshalb Wände und Boden der Archivräume über die Jahre durchfeuchtet wurden. (Quelle: Saint-Gobain Weber)
Die Polizeiinspektion Delmenhorst liegt nah an der Delme, weshalb Wände und Boden der Archivräume über die Jahre durchfeuchtet wurden. (Quelle: Saint-Gobain Weber)

Bauwerkserhaltung

17. November 2021 | Teilen auf:

Aus zwei mach eins

Thema des Monats November: Als bei der Sanierung des Kellergeschosses der Polizeiinspektion Delmenhorst Feuchteschäden am Boden entdeckt wurden, war schnelles Handeln gefragt. Der beauftragte Bautenschutzbetrieb fand eine unkomplizierte Lösung, bei der Abdichtung und Bodenausgleich in einem Arbeitsgang erfolgten.

Die ältesten Gebäudeteile des historischen Backsteinbaus sind vor über 150 Jahren erbaut worden. (Quelle: Saint-Gobain Weber)

Die Polizeiinspektion Delmenhorst ist in einem eindrucksvollen historischen Backsteinbau untergebracht, dessen älteste Teile 1856 erbaut wurden. Die acht Kellerräume dieses Abschnitts umfassen rund 220 Quadratmeter und dienen zur Lagerung von Beweisen und archivierten Akten. Als die Beamten Feuchteschäden an einigen Kartons feststellten, beauftragten sie die Bauunternehmung Klaus Wübbelmann aus Halen mit der Sanierung des Mauerwerks. Die erfahrenen Bautenschützer stellten rasch fest, dass es damit jedoch nicht getan sein würde. Der rund fünf Meter entfernt verlaufende Fluss Delme hatte über das Erdreich nicht nur die Wände, sondern auch den Boden der Archivräume durchfeuchtet.

Inhaber Klaus Wübbelmann schaltete Fachberater Rainer Hilla vom Baustoffhersteller Saint-Gobain Weber ein. Bei einer Begehung mit dem technischen Leiter des staatlichen Baumanagements konnten zwar Haarrisse im Altestrich festgestellt werden, durch die die Feuchtigkeit in die Kellerräume vordrang. Der Boden erwies sich aber als tragfähig, so dass auf eine Erneuerung des Estrichs verzichtet werden konnte. Dies bedeutete nicht nur eine große Kostenersparnis, auch der Zeitaufwand verringerte sich deutlich. Eine zusätzliche Zeitersparnis erzielte man durch den Einsatz eines Sanierungssystems, das speziell zur sicheren und schnellen Kellerbodensanierung entwickelt wurde. Das System kombiniert die beiden Arbeitsschritte Abdichtung und Bodenausgleich, dadurch kann die Kellerbodensanierung an nur einem Tag erfolgen. Dies senkt den Zeitaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Sanierungskonzepten um 70 Prozent.

Historische Bausubstanz bleibt erhalten

Bevor jedoch mit den Bodenarbeiten begonnen werden konnte, musste zunächst die Feuchtesanierung der Wände abgeschlossen sein. Wie bei historischen Gebäuden üblich, fanden die Bautenschützer im Archiv der Polizeidirektion verhältnismäßig harte Putze vor. Dies ist auf ein Zusatzmittel zurückzuführen, das in der Vergangenheit in Putzrezepturen verwendet wurde und die Entfernung deutlich erschwert. In Delmenhorst zeigten sich zwar Salpeterausblühungen, ansonsten war die Putzschicht jedoch intakt. Die Firma Wübbelmann entschied daher, lediglich die Farbreste abzuschleifen, um einen tragfähigen Untergrund herzustellen. Anschließend bildeten sie im Übergangsbereich vom Boden zur Wand eine Hohlkehle aus und behandelten die Fläche mit einer Universalgrundierung für stark saugende Untergründe unter zementären Abdichtungen. Es folgte eine Reaktivabdichtung von Übergang und Wandfläche mit „weber.tec Superflex D 24“. Bei dem hochflexiblen Material handelt es sich um eine mineralische Dickbeschichtung auf Basis einer neuen Bindemitteltechnologie.

Bei der Bodensanierung arbeiteten die Handwerker sich Raum für Raum vor. Da keine Belastung mit drückendem Wasser vorlag, konnte auf eine Abdichtung der Gesamtfläche mit einer Dickbeschichtung verzichtet werden. Stattdessen wurde der Boden zunächst gesäubert und anschließend mit der Systemgrundierung vorbehandelt, um die Haftung des nachfolgenden Materials zu verbessern.

Oberfläche bereits nach wenigen Stunden begehbar

Raum für Raum wurde der schnellabbindende, selbstverlaufende Bodendichtspachtel „weber.tec 932“ auf dem vorbehandelten Untergrund ausgegossen. (Quelle: Saint-Gobain Weber)

Bei der Abdichtung und Nivellierung der Bodenflächen kam der wasserundurchlässige, schnellabbindende und selbstverlaufende Bodendichtspachtel „weber.tec 932“ zum Einsatz. Dieser sorgt für eine ebene, wasserundurchlässige Oberfläche, die nach fünf bis sieben Tagen genutzt werden kann. Da die Kellerräume ein gewisses Gefälle aufwiesen, wurden Aufbauhöhen zwischen 10 und 30 Millimetern gewählt. Türen mussten nicht angepasst werden. Der selbstverlaufende Bodendichtspachtel wurde nach dem Anmischen einfach von einer Seite des Raumes beginnend frisch in frisch zügig ineinander ausgegossen. Im Randbereich wurde er überlappend auf die Abdichtung aufgebracht. Anschließend wurde die Fläche gerakelt, und war bereits nach wenigen Stunden begehbar.

Bereits nach wenigen Stunden war die Fläche begehbar. (Quelle: Saint-Gobain Weber)

Das Ziel, eine schnelle und kostenbewusste Sanierung, wurde trotz der zusätzlichen Bauaufgabe realisiert. Dies ist zum einen auf die trotz der Feuchteschäden im Kern solide Bausubstanz zurückzuführen. Zum anderen konnten durch den Einsatz des multifunktionalen Bodendichtspachtels Abdichtung und Egalisierung in einem Arbeitsgang erfolgen, eine Lösung, mit der sowohl der verarbeitende Betrieb als auch der Bauherr sehr zufrieden waren.

Dipl.-Ing. Michael Bertels, Leiter Produktmarketing Bauchemie, Saint-Gobain Weber GmbH

Bautafel

Bauherr: Staatliches Baumanagement Niedersachsen

Bautenschutzmaßnahmen: Bauunternehmung Klaus Wübbelmann, Halen

Verwendete Produkte:

Hohlkehle im Übergang Wand/Boden: Hohlkehlen- und Egalisierspachtel „weber.tec 933“

Grundierung Übergang Wand/Boden: „Universalgrundierung weber.prim 900“

Reaktivabdichtung Wand und Wand-Bodenanschluss: „weber.tec Superflex D 24“

Systemgrundierung Boden: „weber.prim 932P“

Selbstverlaufender Bodendichtspachtel: „weber.tec 932“

Weitere Informationen über die verwendeten Produkte erhalten Sie auf der Website von Saint-Gobain Weber.

zuletzt editiert am 23.11.2021