Bei der Energiebilanz von Dämmstoffen schneiden lose Cellulosefasern im Vergleich mit fossilen, mineralischen und anderen nachwachsenden Produkten am besten ab.
Bei der Energiebilanz von Dämmstoffen schneiden lose Cellulosefasern im Vergleich mit fossilen, mineralischen und anderen nachwachsenden Produkten am besten ab. (Quelle: Climacell)

Außendämmung 2023-06-15T04:57:59.917Z Aus Dämmstoff wird Wellpappe

Die meisten Dämmmaterialien werden an ihrem Nutzungsende thermisch verwertet, um Strom und Wärme zu erzeugen. Bei Cellulosefasern gibt es eine andere, bessere Möglichkeit: Man kann sie zu Wellpappe weiterverarbeiten.

„Verbrennen ist höchstens die zweitbeste Lösung“, sagt Marcel Bailey, Geschäftsführer des CWA Cellulose Werk Angelbachtal. Er hat für den Dämmstoff „Climacell S“, den sein Unternehmen herstellt, untersuchen lassen, inwieweit sich die Cellulosefasern für ein Recycling eignen. Das Ergebnis der Papiertechnischen Stiftung (PTS) in Heidenau: Mit einer Faserlänge von durchschnittlich 1,13 Millimetern eignet sich „Climacell S“ am Ende des Nutzungszyklus, um Wellenstoff herzustellen, einem Ausgangsmaterial bei der Produktion von Wellpappe. Das so Bailey sei ökologisch gesehen eine gute Möglichkeit der Entsorgung.

Recycling steht darüber hinaus auch am Anfang der Dämmstoff-Produktion: Das CWA verwendet Tageszeitungen, die beim Verkauf übrigbleiben, und bereitet sie nach einem speziellen Verfahren auf. Die losen Flocken eignen sich vor allem, um den Zwischensparren-Bereich zu füllen. Das können Hohlräume im Dachbereich oder zwischen Wänden, aber auch begehbare Dachböden oder Kellerdecken sein. Eine kompakte Cellulose-Schicht von 28 Zentimetern genüge, so CWA, um den Wärmedurchgangskoeffizienten auf 0,14 W/(m2K) zu senken. Die KfW bezuschusst solche Maßnahmen im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 20 Prozent der Kosten. Neben der Wärmedämmung gewährleistet Cellulose zudem einen guten Schallschutz. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 15. Juni 2023
Newsletter