Thema des Monats November: Aus der Alten Brauerei im unterfränkischen Untersteinbach machte das Ehepaar Andrea und Olaf Ernst ein modernes Wohn- und Bürogebäude, das mit seiner Energieeffizienz zeitgemäßen Anforderungen entspricht. Besonderes Augenmerk galt bei der Sanierung dem Erhalt der denkmalgeschützten Fassade. Dafür erhielten die Bauherren den Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.
Jahrzehntelang führte das historische Gebäude, das heute im Ortskern von Untersteinbach im unterfränkischen Landkreis Haßberge Akzente setzt, ein Schattendasein. Im Auftrag des Brauereibesitzers Georg Zeck hatte der Architekt Karl Rüttinger 1928 Gestaltung und Bau eines Betriebssitzes für dessen Brauerei übernommen. Nach der Veräußerung im Jahr 1950 verfiel das markante Gebäude mit den Rundbogenfenstern jedoch zunehmend – bis sich der Steuerberater und heutige Eigentümer Olaf Ernst für das Gebäude begeisterte: Als Mitglied des zuständigen Gemeinderats setzte er sich für die Erhaltung der historischen Bausubstanz ein. Familiäre Bande – Olaf Ernst ist Urenkel des Architekten, auf dessen Entwürfe das Gebäude zurückgeht – spornten ihn zusätzlich an. Mit seinem Nutzungskonzept, das die Konvertierung der denkmalgeschützten Brauerei in eine Steuerkanzlei und drei Ferienwohnungen vorsah, überzeugte er die Gemeinde und das Bayerische Innenministerium von seinen Plänen.
Energieeffizient und Denkmalschutzkonform
Nach Aufnahme des Vorhabens in das Förderprogramm zur Revitalisierung leerstehender Gewerbebauten trieben Ernst und seine Ehefrau Andrea ab 2014 mit Liebe zum Detail die Sanierung voran. Für das gestalterische Konzept zeichnete das Bamberger Architekturbüro Veit Huber verantwortlich. Um auch zeitgemäße Anforderungen an Energieeffizienz zu erfüllen, folgten auf die Entrümpelung zunächst die Instandsetzung des Dachstuhls sowie die Ausstattung sämtlicher Räume mit einer innenliegenden, diffusionsoffenen Wärmedämmung. Großen Aufwand erforderte zudem die Einhaltung der Denkmalschutzvorgaben: Die Schleppgauben beispielsweise wurden originalgetreu von einem Schreiner nachgebaut. Als nicht minder anspruchsvoll erwies sich die Wiederherstellung der alten Fassade mit dem für damalige Industriegebäude üblichen Rillenputz – eine Aufgabe, für die Andrea und Olaf Ernst einen Kirchenrestaurator hinzuzogen.

In den Innenräumen des Gebäudes, wo diverse Einrichtungsgegenstände der ursprünglichen Brauerei eine neue Funktion erhielten, lebt die Geschichte der Brauerei ebenfalls weiter. So ließ Ernst aus einem Teil des ehemaligen Läuterbottichs einen Schreibtisch fertigen und der frühere Hopfenseiher aus dem Kühlschiff wurde zu einem Wohnzimmertisch umgearbeitet. Zahlreiche Aussparungen zieren zudem die verputzen Wände, wo sie den Blick auf die historischen Ziegel und die Rundungen des früheren Kamins freigeben.
Schlanke Fensterprofile im originalgetreuen Eisenlook
Als besondere Herausforderung bei der Sanierung erwiesen sich die an die Aluminiumfenster gestellten Anforderungen. Zu berücksichtigen war zum einen, dass die Denkmalschutzbestimmungen die Erhaltung der historischen Metallsprossen vor den Elementen erforderlich machten, um den industriellen Charakter des Gebäudes wahren. Vor allem die Fertigung der beiden modernen Rundbogenfenster, die über elektrisch betriebene Oberlichter eine ausreichende Frischluftzufuhr sicherstellen, stellte höchste Anforderungen an die Fertigungstechnik.

Dabei entschied man sich für das Fenstersystem „heroal W 72 i“. Die Ausführung der 48 Elemente mit diesem System sorgt in der Alten Brauerei mit filigranen Ansichtsbreiten für maximale Transparenz und ein Design ohne sichtbare Flügel und Glasleisten. Zusätzlich betont wird das elegante Erscheinungsbild durch eine hochwertige Pulverschichtung. Zudem zeichnet sich das Fenstersystem durch eine hohe Energieeffizienz aus: Durch seine spezielle Steggeometrie erreicht es bei einer Bautiefe von 72 mm im Rahmen und 84 mm im Flügel Uw-Werte, die die aktuellen Wärmeschutzanforderungen an Fenster erfüllen.
Nachbau der historischen Rundbogenfenster mit dem Biegeservice von Heroal

Die denkmalschutzgerechte Realisierung der beiden Rundbogenfenster mit dem Fenstersystem „heroal W 72“ wurde durch den werkseigenen Profilbiege- und Abkantservice von Heroal ermöglicht. Dieser besondere Service erlaubt die Realisierung komplexer Umformaufgaben wie Rund-, Stich- oder Korbbögen sowie passgenaue, reproduzierbare Abkantungen und Bauanschlüsse nach Vorlage.
Durch die beiden Rundbogenfenster blieb der ursprüngliche Charakter der Alten Brauerei erhalten – sie prägen die Fassade des markanten Gebäudes, das in der Frontansicht schmal in die Höhe ragt und lediglich auf der Rückseite seine wahren Dimensionen zeigt. Mit der Qualität der Fenster wie auch mit der Vor-Ort-Betreuung durch den Fensterbauer Gugelfuss als Elchingen ist Olaf Ernst sehr zufrieden: „Bei den komplexen und individuellen Anforderungen war es hilfreich, einen kompetenten und erfahrenen Partner an seiner Seite zu wissen.“
Türsystem betont die filigrane Optik

Die Hauseingangstür zur Alten Brauerei fügt sich optisch nahtlos in die Gestaltung der Fassade ein. Mit dem modernen, schlanken Design der Profile unterstreicht das Türsystem „heroal D 72“ die filigrane Optik der Metallsprossen vor den Fenstern und verstärkt durch die Pulverschichtung im gleichen Farbton den harmonischen Gesamteindruck der Fassade. Als ästhetische Lösung mit größter Flexibilität hinsichtlich Funktion erzielt das hochwertige Türsystem dank seiner Dichtungstechnologie sowie der innovativen Isoliersteggeometrie mit ihrer verringerten Wärmeleitung von der Innen- zur Außenseite höchste Ansprüche an die Wärmedämmung.
Die Auszeichnung mit dem Förderpreis der unterfränkischen Kulturstiftung bestätigt die gelungene Verbindung von Denkmalschutz und Sanierung. In seiner Verleihung hebt der Kulturausschuss des Bezirkstags von Unterfranken hervor, dass Andrea und Olaf Ernst der substanzschonende Umbau des Baudenkmals in vorbildlicher Weise gelungen sei. Für das heimatverbundene Ehepaar ist die Alte Brauerei noch nicht das Ende ihrer Bemühungen um die Wiederbelebung des Untersteinbacher Ortskerns. Sie planen nun die Sanierung der ehemaligen Gastwirtschaft gleich daneben. Weitere Informationen über Heroal >>> . Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken >>>