Mit der vorgehängten hinterlüfteten Fassade können sich Dachdecker gegen das WDVS positionieren. Die Kernsanierung eines Hauses aus den 1960er-Jahren mit großformatigen Faserzement-Fassadentafeln zeigt die Vorteile des Systems. Das Dach direkt mit gedeckt – ein gelungenes Ergebnis.
Großformatige Tafeln aus Faserzement bieten Dachdeckern verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten für die Fassade. Die Vielfalt an Farben und Formaten ermöglicht es, jedem Gebäude eine unverwechselbare Optik zu verleihen. Individuell zugeschnittene Formen und individuelle Fugenbilder sind ebenso möglich wie die einheitliche Gestaltung der gesamten Gebäudehülle mit den gleichen Tafeln an Dach und Fassade. Faserzement überzeugt auch durch die technischen Materialeigenschaften: Er ist nichtbrennbar, witterungsbeständig, und dies bei geringem Gewicht. Als vorgehängte hinterlüftete Fassade montiert, sorgen die Fassadentafeln für dauerhaften Schutz und hohe Energieeffizienz.
Lebenserwartung von mehr als 50 Jahren
Faserzementtafeln bieten eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten an Dach und Fassade. Die hochwertige Optik entsteht durch gewissenhafte Ausführung und handwerkliche Präzision. Nur die sorgfältige Verarbeitung und Montage gewährleistet darüber hinaus eine dauerhafte Schutzfunktion. Wer die Verarbeitung beherrscht, kann als Dachdecker sein Geschäftsfeld mit großformatigen Faserzementfassaden attraktiv erweitern und sich im wachsenden Wettbewerb – gerade gegen die klassische WDVS-Fassade – stark positionieren. Als eines der sichersten Fassadensysteme mit äußerst geringer Schadenanfälligkeit gewährleistet das Prinzip Schutz vor Witterungseinflüssen, Schimmelbildung, Feuchtigkeit und Rissen im Mauerwerk. Gebäude werden nachhaltig geschützt, Hitzestau sowie Feuchteschäden von vornherein vermieden. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadtund Raumforschung BBSR bescheinigt den nichtbrennbaren Faserzement-Fassaden in seiner Lebenszyklusanalyse die höchste Nutzungsdauer von Bauteilen mit einer Lebenserwartung von mehr als 50 Jahren – zum Vergleich: Bei den WDVS-Fassaden mit EPS-Dämmputz sind es im Schnitt 20 Jahre. Auch müssen die immer wiederkehrenden Anstriche berücksichtigt werden. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade hingegen ist wartungsarm.
Variantenreichtum und verschiedene Montagearten
Die Fassadentafeln werden auf Unterkonstruktionen aus Holz oder Aluminium montiert. Dabei sind verschiedene Arten der Befestigung möglich: Die Tafeln können mit Fassadenschrauben befestigt werden, sie lassen sich kleben oder nicht sichtbar mit Hinterschnittdübeln oder -nieten montieren. Um die durch Tauwasserausfall entstehende Feuchte oder eventuell eindringenden Schlagregen sicher abzuleiten, muss der Hinterlüftungsraum zwischen der Fassadenbekleidung und der gedämmten Außenwand mindestens 20 mm betragen. Durch die Unterkonstruktion darf der Abstand örtlich auf 5 mm reduziert werden. Um die Funktionsfähigkeit der Hinterlüftung zu gewährleisten, müssen Be- und Entlüftungsöffnungen von mindestens 50 cm2 je Meter Wandlänge am oberen und unteren Abschluss vorhanden sein.
Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus DDH – Das Dachdeckerhandwerk , Ausgabe 17. 2013
Autor: Jan R. Krause

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