Eine Luftaufnahme der geschwungenen Autobahnbrücke
Am Beispiel des Rückbaus der Hochstraße Ludwigshafen wollen die Projektpartner mit ReAsCon Wege aufzeigen, wie asbesthaltige Betone wiederverwendet werden können. (Quelle: Stadt Ludwigshafen)

Schadstoffe 2026-08-25T07:57:00Z Asbesthaltigen Beton aufbereiten

Viele wertvolle Bauabfälle landen auf Deponien oder werden nur unzureichend verwertet. Besonders betroffen ist der Schutt von Bauwerken, die zwischen den 1960er und 1980er Jahren errichtet wurden und Asbest enthalten. Das Hauptziel des Projekts ReAsCon ist die Entwicklung innovativer Lösungen zur selektiven Abtrennung und Aufbereitung von belastetem Abbruchmaterial.

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es ein Urban Mining Konzept für große, asbesthaltige Betonbauwerke inklusive der optimierten Positionierung und Dimensionierung einer Recyclinganlage am Beispiel des Rückbaus der Hochstraße Ludwigshafen zu entwickeln und zu erforschen. In den Brücken sind pro Quadratmeter etwa 1 bis 4 kleine, quaderförmige Abstandshalter (zirka 5x5x2,5 cm) aus Asbestbeton verbaut. Im Rahmen von ReAsCon sollen leistungsfähige und innovative Lösungsansätze zur Aufbereitung des kontaminierten Materials erarbeitet und zunächst im Labormaßstab und später im Großversuch getestet werden. 

Wohin mit 310.000 Tonnen kontaminiertem Beton? 

Damit beschäftigt sich das Projekt mit einem wesentlichen Problem beim Abbruch von mit Asbest kontaminierten Betonen großer materialintensiver Bauwerke: Beim Rückbau der Hochstraße Ludwigshafen werden bis 2031 insgesamt 310.000 Tonnen Beton anfallen. Müsste dieser auf Deponien abgelagert werden, würde dies die Region vor eine enorme Herausforderung stellen. Deshalb soll das Rückbaumaterial innerhalb der Neubebauung der freiwerdenden Fläche (Wohnungen für 3450 Personen und Raum für 4860 Arbeitsplätze) in einer gleichwertigen Nutzung vor Ort wiederverwendet werden. 

Koordiniert wird ReAsCon von der Technischen Universität Darmstadt . Neben anderen Partnern ist das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP beteiligt. Das Institut bringt seine langjährige Expertise in der Analyse und Aufbereitung mineralischer Stoffströme ein. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IOSB wird ein neuartiges Detektionsverfahren entwickelt, das eine schnelle und effektive Vor-Ort-Erkennung von Mineralfasern ermöglicht. Dieses kamerabasierte System nutzt den Pleochroismus-Effekt und erfordert keine aufwendige Probenvorbereitung ( wir berichteten ). Ein besonderer Fokus liegt auf der Untersuchung der Feinfraktionen unter zwei Millimetern, da sich in diesen kritische Faserstoffe anreichern können. Der gesamte Prozess zielt darauf ab, die belasteten Anteile zu separieren und hochwertige Baustoffe wie Porenbeton, Recycling-Betone oder Zementersatzrohstoffe zu gewinnen. Der institutseigene Sattdampfautoklav ermöglicht die Produktion von Demonstratoren im vorindustriellen Maßstab. Zudem unterstützt das IBP die Installation und Validierung des Detektionssystems beim Praxispartner und begleitet die Großversuche wissenschaftlich. Weitere Informationen zur Beteiligung des Fraunhofer IBP >>>

zuletzt editiert am 27. August 2026
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