Ein Abrissbagger arbeitet auf einer Baustelle und reißt ein Gebäude ab, umgeben von Trümmern und Schutt.
Angesichts zunehmender Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen steigt die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Schadstoffen im Bauschutt, insbesondere, wenn es um Asbest geht. (Quelle: Frank Jansen)

Schadstoffe 2025-12-11T07:48:00Z Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen

Bei Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass asbesthaltige Bestandteile unbeabsichtigt in den Stoffkreislauf gelangen. Hier setzt die neue Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 an: Sie gibt praxisnahe, technisch präzise Vorgaben, wie Materialchargen systematisch beprobt, untersucht und bewertet werden müssen, um Asbest zu erkennen.

Asbesthaltige Baustoffe finden sich in vielen Gebäuden, die vor 1995 errichtet wurden – häufig unerkannt. Angesichts zunehmender Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen steigt die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit Schadstoffen im Bauschutt, insbesondere, wenn es um Asbest geht. Gleichzeitig wächst der Druck, mineralische Baustoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertig zu recyceln – ein Ziel, das ohne verlässliche Asbestanalytik nicht erreichbar ist.  

Mit der Veröffentlichung der neuen Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 „Schadstoffbelastete bauliche und technische Anlagen – Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen“ zeigt der VDI den sicheren und rechtskonformen Umgang mit potenziell asbesthaltigen Bau- und Abbruchmaterialien. Die Richtlinie schafft erstmals einen normativen, fachlich fundierten Rahmen für Erkundung, Probenahme und Bewertung technischer Asbestprodukte in Recyclingmaterialien und Altablagerungen. Damit wird eine Lücke im technischen Regelwerk geschlossen. Planende, Bauherren, Entsorgungsunternehmen und Behörden erhalten ein Werkzeug, das in der Praxis für mehr Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz sorgt – und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Qualität im Baustoffrecycling leistet. 

Die Richtlinie ergänzt bestehende Vorgaben wie die LAGA-Mitteilung M 23, die TRGS 517/519 sowie die Ersatzbaustoffverordnung und setzt einen klar strukturierten, praxisorientierten Standard für die Untersuchung mineralischer Abbruchmaterialien. Checklisten, Prozessdarstellungen und Materiallisten unterstützen dabei, Probenahmemengen, Probendichten und Analysenmethoden korrekt festzulegen und Dokumentationspflichten umfassend zu erfüllen – als Grundlage für belastbare und rechtssichere Ergebnisse. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 11. Dezember 2025