Fenster und WDVS
Um Mängel und Schäden bei der Fenstermontage in WDVS zu vermeiden, muss ein fachgerechter und dauerhafter Baukörperanschluss hergestellt werden. (Abb.: Tremco illbruck GmbH & Co. KG, www.tremco-illbruck.de)

Gebäude + Energie 2014-02-26T00:00:00Z Anschluss gesucht und gefunden

Die Umsetzung eines fachgerechten und dauerhaften Baukörperanschlusses bei Wärmedämm- Verbundsystemen (WDVS) setzt voraus, dass sowohl Planer als auch Ausführende mit den Besonderheiten dieses Außenwandsystems vertraut sind. Erfahrungen aus der Gutachterpraxis zeigen jedoch, dass dem nicht immer so ist. Mängel und Schäden sind bei WDVS im Nachhinein meist nur mit hohem Aufwand zu beseitigen. Im Folgenden wird deshalb die Fenstermontage in Außenwänden mit Wärmedämm-Verbundsystem beschrieben und es werden Tipps zur Auswahl geeigneter Anschlussfugenmaterialien gegeben.

Wärmedämm-Verbundsysteme bestehen aus mehreren Komponenten, wie Dämmstoff, Kleber, Dübel, Unterputz, Armierung, Oberputz und anderen Beschichtungen oder Belägen. Ihre Verwendbarkeit ist durch die Zulassung gemäß ETAG Nr. 004 geregelt.

Als Dämmstoffe kommen meist EPS-Hartschaumplatten zum Einsatz. Sie haben einen Anteil von circa 80 Prozent am gesamten Marktvolumen. Mineralwolle hat einen Marktanteil von circa 15 Prozent, und der Anteil von sonstigen Dämmstoffen wie PUR-Hartschaumplatten, Holzweichfaserplatten, Kork und Mineralschaum liegt bei circa fünf Prozent des Gesamtvolumens.

Die Dämmstoffe werden in Abhängigkeit vom Untergrund und den zu erwartenden Einwirkungen mittels Kleben und Dübeln oder mit einer Unterkonstruktion auf die beim Altbau verputzte Außenwand aus Mauersteinen oder Beton aufgebracht (Abb. 1). Die Dämmstoffdicken liegen üblicherweise zwischen 100 und 200 Millimetern.

Das WDVS trägt neben der Wärmedämmung auch zur Dauerhaftigkeit der Außenwand bei, da es die Wand zusätzlich gegen Witterungseinflüsse schützt. Der Wetterschutz ist dabei durch die Putzschicht, die Beschichtung oder den Belag des WDVS sicherzustellen. Das heißt, dass in der Dämmzone oder zwischen Dämmung und tragender Wand planmäßig keine Wasserführung stattfinden darf. Daraus folgt wiederum, dass Fugen, Durchdringungen und Bauteilanschlüsse mit geeigneten Dichtsystemen dauerhaft schlagregendicht in der Ebene der Putzschicht des WDVS auszuführen sind. So weit die Theorie – in der Praxis zeigen sich jedoch häufig gerade an diesen Schnittstellen die Schwachstellen dieses Außenwandsystems. Abb. 2: Im Ebenenmodell einer Fenstereinbausituation in einer Außenwand mit WDVS ist zu erkennen, dass die äußere Schicht des WDVS auch den Wetterschutz übernimmt. In diesem Bereich darf keine Wasserführung stattfinden. Abb. 2–4: ift Rosenheim

Schäden durch richtige Einbaulage des Fensters vermeiden

Fenster und WDVS 2
Im Ebenenmodelleiner Fenstereinbausituation in einer Außenwand mit WDVS ist zu erkennen, dass die äußere Schicht des WDVS auch den Wetterschutz übernimmt. In diesem Bereich darf keine Wasserführung stattfinden. (Abb.: ift-Rosenheim)

Bei der Fenstermontage in Außenwänden mit WDVS müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Einbaulage des Fensters: Die wärme- und feuchtetechnisch günstigste Einbaulage für das Fenster befindet sich zwischen mauerkantenbündig bis zum ersten Drittel der Dämmzone. Im Altbau ist eine Einbaulage in der Mauerlaibung häufig durch die vorhandenen baulichen Gegebenheiten vorgegeben. Die Laibungen sind zu dämmen und die Blendrahmenbreiten sind für eine ausreichende Überdämmung vorzurichten. Wenn auch aus technischer Sicht nicht empfohlen, so werden dennoch aus architektonischen Gründen mit dem WDVS außen bündige Einbausituationen gefordert. Diese Ausführung birgt ein hohes Schadenspotenzial und ist daher mit besonderer Sorgfalt hinsichtlich der Befestigung und Abdichtung zu planen und auszuführen.

Bilder: Um Mängel und Schäden bei der Fenstermontage in WDVS zu vermeiden, muss ein fachgerechter und dauerhafter Baukörperanschluss hergestellt werden. (Abb.: Tremco illbruck GmbH & Co. KG, www.tremco-illbruck.de )

Im Ebenenmodelleiner Fenstereinbausituation in einer Außenwand mit WDVS ist zu erkennen, dass die äußere Schicht des WDVS auch den Wetterschutz übernimmt. In diesem Bereich darf keine Wasserführung stattfinden. (Abb.: ift-Rosenheim)

Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND , Ausgabe 5. 2013

Autor: Wolfgang Jehl

zuletzt editiert am 09. April 2021
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