In einem 1984gebauten Haus in Bad Segeberg mit sechs Wohneinheiten wurde die erdberührte Abdichtung der Kelleraußenwand erneuert. Um den Untergrundvorzubereiten, frästen die Facharbeiter der Abdichtungstechnik Lüth zunächst die alte bituminöse Abdichtung ab. Dabei wurde der Untergrund in einem Arbeitsgang zugleich gereinigt und aufgeraut.
In einem 1984 gebauten Haus in Bad Segeberg mit sechs Wohneinheiten zog Feuchtigkeit durch die Wände in den Keller. Der Schaden im Kellermauerwerk, das Alter der vorhandenen Kellerabdichtung und die hohe, aufstauende Feuchtigkeit im Boden waren die Hauptgründe dafür, dass sich die Eigentümer entschieden, die erdberührte Außenwand nachträglich neu abdichten zu lassen. Nach dem Aushub wurden außerdem die erwarteten leichten Schäden durch Rissbildung und Wurzelwerk sichtbar. Die durchfeuchtete Erde zeigte, dass sich das Wasser stellenweise an der Hauswand gestaut hatte. Der Anschluss der alten Bitumenabdichtung an die Sohle war größtenteils defekt. Deshalb wurde am Wand-/Sohlenanschluss eine drei Zentimeter tiefe Nut gestemmt, um eine neue Hohlkehle mit einem kunststoffmodifizierten, wasserabweisenden Hohlkehlenspachtel einzubauen.
Alte Bitumenabdichtung wurde abgefräst

Um den Untergrund für die neue Abdichtung vorzubereiten, frästen die Fachhandwerker der Abdichtungstechnik Lüth zunächst die vorhandene Bitumenschicht ab. Denn Sandstrahlen oder Hochdruckreinigen hätten das Umfeld zu stark verunreinigt. Dagegen verläuft das Fräsen durch die eingesetzten leistungsstarken Geräte mit Staubabsaugung (Staubklasse M, unter anderem für Bitumen) und Diamantschleifer bei geringerem Arbeitsaufwand nahezu staubfrei. Ein Tiefenbegrenzer an der Fräse verhinderte, dass zu viel Untergrundmaterial abgetragen wurde. Wenn sich die Schicht und das abgetragene Material zu stark erhitzten oder zu schmieren begannen, wurde die Fräse herunterreguliert. An Winkeln und Fensterkanten wurde ein Segment am Kopfende der Fräse abklappt, um bis dicht in diese Bereiche arbeiten zu können. Der Vorteil dieser Abtrag-Methode: Der Untergrund wurde zugleich vollflächig gereinigt und aufgeraut. Der Sohlenüberstand wurde vollflächig gefräst, die Sohlkante angefasst. Ein Riss, der beim Fräsen zutage trat, wurde später mit einem für die Fugensanierung konzipierten Freihandtrennsystem geweitet und anschließend mit einem Dichtspachtel geschlossen und geglättet.
Schicht für Schicht den Untergrund für die KMB vorbereitet
Im nächsten Schritt wurde eine Haftbrücke als Spritzbewurf auf die Wand aufgetragen und dann nach einer Trockenzeit von circa 30 Minuten ein 1–1,5 Zentimeter dicker wassersperrender Ausgleichsputz – zunächst mit der Glattkelle und dann mit dem angefeuchteten Schwammbrett, um die Oberfläche aufzurauen und Unebenheiten auszugleichen. Mit einer kleinen Kelle wurden die Kanten nachgearbeitet. Besonderes Augenmerk galt der Hohlkehle am Sockel, die mit einem Dichtspachtel auf Zementbasis sorgsam ausgeführt und geformt wurde. Im nächsten Schritt wurde als staubfreier Untergrund und Haftbrücke ein Bitumenvoranstrich unter Zugabe von einem Teil Bitumenemulsion und zwölf Teilen Wasser aufgetragen. Die Hohlkehle wurde dabei mit eingebunden.
Autor: Ulrich Krumstroh
Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND, Ausgabe 02-2016

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