Ein Bagger lädt Schutt auf einen LKW auf einer Baustelle neben einem Gebäude.
Die Potenziale des „Urban Mining“ sollen in Zukunft stärker genutzt werden. (Quelle: Deutscher Abbruchverband e. V.)

Nachhaltigkeit 2026-06-11T09:26:08.437Z Abbruchverband begrüßt Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie

Der Deutsche Abbruchverband e. V. (DA) hat die Verabschiedung des Aktionsprogramms zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie Anfang Juni im Bundeskabinett als wichtigen Schritt begrüßt und insbesondere die Anerkennung der zentralen Rolle des selektiven Rückbaus für das zirkuläre Bauen gelobt.

Gebäude und Infrastrukturen bilden die größte urbane Rohstoffreserve Deutschlands. Damit Materialien wiederverwendet oder hochwertig recycelt werden können, müssen sie vor dem Rückbau identifiziert, getrennt erfasst und schadstofffrei ausgebaut werden. Deshalb ist für den Deutschen Abbruchverband klar: „Wer über Kreislaufwirtschaft spricht, muss auch über den Rückbau sprechen. Denn die Qualität zukünftiger Stoffkreisläufe entscheidet sich bereits beim Rückbau von Gebäuden und Infrastrukturen“, so Andreas Pocha, Geschäftsführer des DA in Köln. 

In diesem Zusammenhang hat der Verband die Berücksichtigung der Rückbaufähigkeit von Bauwerken im Aktionsprogramm begrüßt. Verbindliche Anforderungen zur selektiven Rückbaufähigkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit sowie Recyclingfähigkeit von Bauwerken, Bauteilen und Baustoffen müssten dafür sorgen, dass die öffentliche Hand Ressourcenschonung, Langlebigkeit und Weiternutzung bereits bei der Bedarfsermittlung im Auge hat.

Digitalisierung von Stoffströmen von großer Bedeutung

Auch die Investitions- und Förderzusagen sowie die geplanten Maßnahmen zur Digitalisierung von Stoffströmen sowie zur Stärkung zirkulärer Märkte („Digitalisierungsinitiative“) sind nach Ansicht des DA wichtige Bestandteile des Programms. „Digitale Informationen über Materialien und Gebäudebestände können helfen, wertvolle Rohstoffe länger im Kreislauf zu halten. Entscheidend ist jedoch, dass diese Informationen auch praktisch nutzbar werden und zu einer höheren Wiederverwendung und einem besseren Recycling führen“, so Pocha.

Insbesondere die Wiederverwendung von Bauteilen und das Recycling mineralischer Baustoffe besitze große Potenziale zur Ressourcenschonung und Rohstoffsicherung Zudem erkenne das Aktionsprogramm an, dass Kreislaufwirtschaft zunehmend auch eine Frage der Rohstoffsicherung ist, und zeige Wege auf, wie die Potenziale der urbanen Mine künftig stärker genutzt werden können.

„Kreislaufwirtschaft braucht saubere Materialströme.“

Gleichzeitig sei hochwertige Kreislaufwirtschaft nur mit einer frühzeitigen Schadstofferkundung und einem selektiven Rückbau möglich. „Kreislaufwirtschaft braucht saubere Materialströme. Schadstofffreiheit, Transparenz und Qualität sind die Grundlage jeder erfolgreichen Wiederverwendung und jedes hochwertigen Recyclings“, so Katrin Mees, Leiterin des Berliner DA-Büros.

Die im Aktionsprogramm enthaltene Zusage der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für ein ambitioniertes, aber gleichzeitig bürokratiearmes europäisches Kreislaufwirtschaftsgesetz (Circular Economy Act) einzusetzen, das bestehendes Kreislaufwirtschaftsrecht weiterentwickelt, bewertet der DA ebenfalls positiv. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 11. Juni 2026
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