Die Kieler Wohnungsgesellschaft KiWoG hat 74 denkmalgeschützte Backsteingebäude innerhalb von 25 Tagen mit einer Kerndämmung ausgestattet. Anschließend verzichtete die KiWoG auf eine Mieterhöhung, da die Kosten der gesamten Maßnahme nur rund 80.000 Euro betrugen.
In Norddeutschland verfügen etwa 60 Prozent der Wohngebäude über zweischalige Außenwände, 5 bis 15 Prozent sind es im Binnenland. Diese Gebäude lassen sich mit einer Einblasdämmung schnell und kostengünstig sanieren. Diese Art der Dämmung von zweischaligem Mauerwerk ist am Einfamilienhaus für weniger als 4.000 Euro realisierbar und erzielt nachweislich eine Heizenergieeinsparung von rund 21 Prozent. Die niedrigen Kosten belegen die soziale Verträglichkeit der Kerndämmung. Zudem ist sie steuerlich absetzbar.
Einfach umzusetzen, schnell und wirkungsvoll

Bei einer Kerndämmung werden Dämmstoffe durch kleine Bohrlöcher in die 6 bis 8 Zentimeter breite Luftschicht zwischen Außen- und Innenwand eingeblasen, wodurch die Wärmeverluste der Wand im Winter um bis zu 70 Prozent sinken. Der preisliche Vorteil beruht auf der schnellen Ausführung mit kostengünstigen Dämmstoffen und auf der Nutzung vorhandener Hohlräume. Die Maßnahme steigert den winterlichen Wohnkomfort durch wärmere Außenwände und senkt damit das Schimmelrisiko im Altbau. Der Regenschutz der Vormauer bleibt erhalten.
Für die erfolgreiche Durchführung der Quartiersdämmung wurden die Stadt Kiel und die KiWoG Ende 2025 mit dem Preis „Klimaaktive Kommune 2025“ des Deutschen Instituts für Urbanistik ausgezeichnet. Die positive Resonanz führte dazu, dass das Umweltschutzamt Kiel eine dauerhafte Informationskampagne für Hauseigentümer startet.