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Prof. Dr. York Ostermeyer bei seinem Vortrag zur grauen Energie in Dämmstoffen. (Abb.: e.u.[z.])

Gebäude + Energie 2013-11-12T00:00:00Z 5. EffizienzTagung bot ein breites Themenspektrum an

Mehr als 260 Besucher kamen zur 5. EffizienzTagung Bauen+Modernisieren, am 1. und 2. November ins Hannover Congress Centrum. Damit war die Veranstaltung des Energie und Umweltzentrums am Deister komplett ausgebucht. Einen Schwerpunkt bildete die Energieberaterpraxis. Reale Sanierungsbeispiele und rechtliche sowie bauphysikalische Themen erweiterten das Spektrum der breit gefächerten Tagung.

In jeweils drei parallel laufenden Vortragsreihen vermittelten Wissenschaftler und Praktiker ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zum energieeffizienten Bauen und Modernisieren. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, sich ihr individuelles Programm aus den Beiträgen zusammenstellen.

Schwerpunkt der Tagung waren Referate zur Energieberater-Praxis, das Themenspektrum reichte von Fehlern bei modernen Bauweisen und der Luftdichtheitsmessung über den Einbau von Lüftungsanlagen und Innendämmungen und den sommerlichen Wärmeschutz bis hin zur Konfliktlösung und rechtlichen Aspekten. Professor Dr. York Ostermeyer von der TU Chalmers in Göteborg beispielsweise wendete sich einem derzeit viel diskutierten Thema zu und sprach über die graue Energie in Dämmstoffen. Sein Resümee: Ab Passivhaus-Standard macht der in Baustoffen gebundene ökologische Impact in einer 30-Jahre-Betrachtung etwa die Hälfte des Gesamtimpacts aus.

Welche Schwierigkeiten bei der sechs Jahre dauernden Sanierung der Ricarda-Huch-Schule in Hannover zu bewältigen waren und noch immer sind, erläuterte Architekt Sven Reuter im Vortragsblock Nichtwohngebäude. Miteinander verbundene Bauten unterschiedlichen Stils aus früheren Instandsetzungen und Erweiterungen, denkmalpflegerische Gesichtspunkte und die Besonderheiten des weiterlaufenden Schulbetriebs erforderten ganz eigene Kompromisse. Eine Erkenntnis wurde im Vortrag deutlich: Die eingebaute Technik darf das Bedienpersonal nicht überfordern.

Der Vortrag von Dr. Gregor Scheffler im Block zu erhaltenswerten Fassaden befasste sich mit der Sanierung von Häusern mit denkmalgeschützten Fassaden. Das Anbringen von Innendämmungen und der Einbau von Doppelfenstern führten dazu, dass sich die Wärme- und Feuchtebedingungen innerhalb der Konstruktion verändern. Für kritische Bereiche wie Holzbalkenköpfe und Fensterlaibungen müssen deshalb individuelle Lösungen gefunden werden.

Auch bauphysikalische Themen wurden beleuchtet. Dabei ging es um Raumklima und Bauhygiene, um Leckagen und Luftdichtheit. Dr. Thomas Warscheid stellte in seinem Referat heraus, dass wir in Gebäuden mit sehr vielen Schadstoffen konfrontiert werden. Diese Schadstoffe lassen sich zwar reduzieren, aber nicht vollständig vermeiden, weshalb regelmäßiger Luftaustausch so enorm wichtig ist.

Abgerundet wurde die Tagung durch Workshops, die sich mit rechtlichen Aspekten auf dem Bau, mit Wärmebrücken und mit Haustechnik für Effizienzhäuser auseinandersetzten.

Für diejenigen, die nicht an der Tagung teilnehmen konnten, bietet das Energie und Umweltzentrum am Deister unter www.e-u-z.de eine CD mit den Tagungsbeiträgen an.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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