1. Deutschen Techniktag DämmSysteme
Über 400 Teilnehmer waren zum 1. Deutschen Techniktag DämmSysteme nach Baden-Baden gekommen. (Abb.: Klaus Schultes)

Außendämmung 2014-11-19T00:00:00Z 1. Deutscher Techniktag DämmSysteme gut besucht

Am 5. November 2014 kamen über 400 Systemanbieter, Fachhandwerker, Sachverständige, Energieberater, Architekten, Planer und Meisterschüler zum 1. Deutschen Techniktag DämmSysteme nach Baden-Baden. Eingeladen hatte der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme.

Dabei ging es auf dem Techniktag um die beiden Dämmvarianten: Wärmedämm-Verbund- und Innendämmsysteme. Im Fokus standen die Themen Haltbarkeit, Instandhaltung, Recycling, Gestaltung und Brandschutz von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) sowie die sorgfältige Ausführung von Innendämmsystemen. Deutlich wurde dabei, dass Energieeffizienz im Gebäudebereich der zentrale Beitrag zur Energiewende ist.

Zum Start der Fachvorträge gab Prof. Dr. Andreas Holm, Direktor des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e. V., einen Überblick über die energetische Bestandssituation in Deutschland. Er bekräftige die Notwendigkeit energetischer Gebäudesanierungen, um den Heizwärmebedarf zu reduzieren. „Problemfälle unter den Wohngebäuden sind die Baujahre bis 1978“, erläuterte Holm, „das betrifft 75 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland. Über 90 Prozent dieser Gebäude entsprechen energetisch nicht dem technischen Standard. Bei fast 60 Prozent steht in den nächsten Jahren eine Sanierung an.“

Inspektionen brachten gute Ergebnisse

Dr. Hartwig Künzel, Fraunhofer Institut für Bauphysik, legte Inspektionsergebnisse von WDVS vor, die im Zeitraum von 1975 bis 2004 ausgeführt worden sind. Die Bewertung sei insgesamt sehr positiv ausgefallen, erklärte er, sodass man durchaus sagen könne: „Es handelt sich um ein bewährtes System.“ Er betonte aber auch, dass die richtige Ausführung entscheidend für die Langlebigkeit der Systeme sei. Bei Ausführungsfehlern seien zum Beispiel Schäden an Fenstern und Anschlüssen vorprogrammiert.

Mit Aufdoppelung die Lebensdauer verlängern

Wie sich die Haltbarkeit von WDVS verlängern lasse, thematisierte Oliver Berg, Technischer Obmann Umwelt im Fachverband WDVS. Bei 99 Prozent aller WDVS sei dies durch Aufdopplung möglich, sodass sich ein Rückbau erübrige.

Vorträge mit Projektbeispielen beeindruckender Architekturlösungen in Verbindung mit hoher Energieeffizienz – zum Beispiel von Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsleitung ABG Frankfurt Holding – zeigten, dass WDVS entgegen landläufiger Vorurteile eine große Gestaltungsvielfalt bietet.

Ausführungen zum Brandschutz bei WDVS rundeten die Betrachtungen zum Thema Außendämmung ab. Dabei wurde dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven angepackt, zum Beispiel von Vertretern des Umweltministeriums, der Feuerwehr und der Versicherungswirtschaft.

Innendämmung ist individuell zu planen

Eine Innendämmung stellt für Planer und Ausführende nach wie vor eine Herausforderung dar, da jede Einbausituation individuell ist. Harry Luik, Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade, wies auf diese Besonderheit hin. Er betonte aber auch, dass hier ein nicht zu unterschätzendes künftiges Auftragspotenzial für Fachplaner und Fachunternehmen liege. Zudem erklärte er anschaulich, worin die höheren Anforderungen bei der Ausführung von Innendämmsystemen im Vergleich zu WDVS bestehen. Dabei ging er auch auf die Praxis und neue Regelwerke ein.

Weitere Informationen, unter anderem die Vorträge, finden Sie unter heizkosten-einsparen.de

Brigitte van Eymeren

zuletzt editiert am 09. April 2021
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