Das Bild zeigt das Titelblatt des Leitfadens Starkregen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Hauptmotiv ist eine Person in Gummistiefeln, die durch überflutetes Wasser vor einem Gebäude geht, was den Objektschutz und die bauliche Vorsorge verdeutlicht.
Auf 88 Seiten erläutert der neu aufgelegte Leitfaden, mit welchen Maßnahmen Gebäude vor einströmenden Wasser bei Starkregenereignissen geschützt werden können. (Quelle: BBSR)

Bautenschutz 2026-10-28T22:57:47.523Z Gebäude vor Starkregen schützen

Die vergangenen Jahre zeigen: Starkregen gefährdet Gebäude auch dort, wo kein Fluss in der Nähe ist. Welche Schwachstellen es gibt und welche Maßnahmen Schutz bieten, zeigt der neu aufgelegte Leitfaden „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

„Für einen wirksamen Schutz vor den Folgen von Starkregen müssen öffentliche und private Vorsorge Hand in Hand gehen“, betont Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR. „Grundsätzlich ist die Abwasserentsorgung kommunale Aufgabe. Die Kommunen müssen für eine funktionierende Entwässerung sorgen, die auch Überflutungen vorbeugt. Bei schweren Ereignissen braucht es zudem eine leistungsfähige Katastrophenhilfe, für die Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung tragen. Doch öffentliche Vorsorge allein greift zu kurz: Wer ein Haus oder Grundstück besitzt, hat auch selbst mit angemessenem Aufwand vorzusorgen. Unser Leitfaden zeigt, welche Maßnahmen dabei helfen.“

Die Publikation richtet sich vor allem an Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden. Mit Checklisten können sie Grundstück und Haus auf Schwachstellen prüfen: Liegen Kellerfenster oder Eingänge tief? Fließt Regenwasser auf das Gebäude zu? Sind tieferliegende Abwasseranschlüsse gegen Rückstau gesichert? Auf dieser Grundlage erläutert die Broschüre, welche Maßnahmen für bestehende Gebäude und Neubauten infrage kommen.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Schon kleine bauliche Veränderungen können helfen. Aufkantungen schützen Lichtschächte und Kellerabgänge vor einströmendem Wasser. Mulden oder Bodenschwellen können Wasser vom Gebäude wegleiten. Dabei dürfen benachbarte Grundstücke nicht zusätzlich gefährdet werden. Eine fachgerecht ausgewählte und regelmäßig gewartete Rückstausicherung verhindert, dass Abwasser aus dem Kanal durch tieferliegende Anschlüsse ins Haus gelangt. Entsiegelte Flächen und Möglichkeiten, Regenwasser auf dem Grundstück zurückzuhalten, können den Abfluss verzögern. Wie wirksam eine Maßnahme ist, hängt unter anderem von Gelände, Boden und Gebäude ab.

Der Leitfaden behandelt auch die Vorbereitung auf ein Ereignis. Rückstausicherungen und Dachentwässerung müssen regelmäßig geprüft werden. Wertvolle Gegenstände und Elektrogeräte gehören möglichst nicht in gefährdete Kellerräume. Anders als bei langsam steigendem Flusshochwasser bleibt bei Starkregen häufig extrem wenig Zeit zum Handeln. Deshalb kommt es besonders auf Maßnahmen an, die bereits vor dem nächsten Unwetter wirksam sind – und auch dann funktionieren, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht zu Hause sind.

Die Publikation entstand im Innovationsprogramm Zukunft Bau im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des BBSR. Erarbeitet wurde der Leitfaden vom Ingenieurbüro Reinhard Beck GmbH & Co. KG, der Bergischen Universität Wuppertal, dem Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e. V. und dem HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e. V. Der Leitfaden „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ steht auf der Website des BBSR zum Download bereit.

zuletzt editiert am 28. Oktober 2026
Newsletter