Brenner mit Wasserstoffschläuchen: Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt ist grüner Wasserstoff nach Ansicht von Rohrdorfer für die Herstellung von Zementklinker geeignet.
Brenner mit Wasserstoffschläuchen: Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt ist grüner Wasserstoff nach Ansicht von Rohrdorfer für die Herstellung von Zementklinker geeignet. (Quelle: Rohrdorfer)

Betoninstandsetzung 2026-08-20T08:39:00Z Wasserstoff für die Zementproduktion

Der Umstieg auf nichtfossile Brennstoffe ist einer der großen Hebel zur Dekarbonisierung der Zementproduktion. Der österreichische Baustoffproduzent Rohrdorfer hat im Juli 2026 einen ersten Versuch gestartet, Wasserstoff bei der Herstellung einzusetzen.

Die Erzeugung von Zementklinker, dem Hauptbestandteil von Zement, erfordert Temperaturen von 1.450 °C und damit einen erheblichen Brennstoff-Einsatz. Rohrdorfer setzt in seinen Zementwerken bereits seit einiger Zeit auf alternative Brennstoffe, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren. Ein weiterer möglicher Beitrag zur Dekarbonisierung ist der Einsatz von Wasserstoff (H₂) aus erneuerbaren Quellen, sogenanntem grünem H₂, als Brennstoff. Die Wasserstofffeuerung im Ofenbetrieb ist technisch anspruchsvoll und in der Zementindustrie bisher wenig erprobt. Um eigene Betriebserfahrungen mit dem neuen Energieträger zu gewinnen, hat das österreichische Unternehmen am Standort Gmunden einen großen Wasserstoff-Feuerungsversuch auf der Zementklinker-Ofenanlage durchgeführt.  

Wasserstoff erweist sich als geeignet 

Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht, anders als bei allen konventionellen Brennstoffen, kein CO₂. Dadurch könnte der CO₂-Ausstoß des Brennprozesses, je nach H₂-Anteil am Brennstoffmix, deutlich reduziert werden. Seit Mitte 2023 laufen bei Rohrdorfer daher die Vorarbeiten für einen Betriebsversuch. Anfang Juli 2026 führte das Unternehmen einen erste Wasserstoff-Feuerungsversuch durch: An zwei Tagen wurde die Wärmeleistung der Ofenanlage mit der Zufeuerung von Wasserstoff zum Teil gedeckt. Der gasförmige Brennstoff habe sich bei dem Test als grundsätzlich gut geeignet für den Einsatz bei der Zementklinkererzeugung erwiesen, so Rohrdorfer. Die H₂-Bereitstellung mittels Lkw-Trailern erfolgte durch Linde, ein weltweit führendes Industriegase- und Engineering-Unternehmen, das eigens für den Versuch eine spezielle mobile Gas-Entladestation entwickelte. 

Wirtschaftlichkeit bisher nicht absehbar 

„Wir wollen mit dem Versuch zeigen, dass der Einsatz von sogenanntem grünem Wasserstoff eine mögliche dekarbonisierte Alternative im Brennstoffmix der Zukunft ist“, sagt Florian Wesenauer, Projektleiter des H₂-Versuchs bei Rohrdorfer. „Ein wirtschaftlicher Einsatz ist jedoch momentan nicht absehbar, die Kosten für diesen Wasserstoff sind derzeit noch um ein Vielfaches zu hoch.“ 

Bis wann der Preis auf einen konkurrenzfähigen Wert sinkt, hängt von vielen Faktoren ab und ist aktuell nicht zu prognostizieren. „Dank des Tests sind wir aber gut vorbereitet, und könnten mit der Umstellung starten, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen“, so Florian Wesenauer weiter. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 20. August 2026
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