Ende September sind die ersten Forschungsprojekte des „Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen“ (DFZ-Bau) gestartet worden. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur institutionellen Gründung, die noch im Jahr 2026 erfolgen soll.
Die Etablierung des DFZ-Bau ist ein gemeinsames Projekt des Bundes, der Länder Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg sowie von Partnern aus Forschung und Praxis. Das Forschungszentrum soll sich zu einer zentralen Anlaufstelle bei der Unterstützung und Bündelung der Bauforschungsaktivitäten in Deutschland entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Vernetzung von Forschung und Praxis mit dem Ziel, den Innovationstransfer in die Bauwirtschaft zu forcieren und Forschungsergebnisse schneller in die praktische Anwendung zu überführen. Das DFZ-Bau ist als zentraler Baustein bei der Transformation des Bauens geplant und soll dabei helfen, zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie dem Klimawandel und dem weltweit hohen Ressourcenverbrauch wirkungsvoll zu begegnen.
Das DFZ-Bau steht nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) für praxisintegriertes, experimentelles Forschen, nah am realen Baugeschehen. Neue Verfahren, Materialien, Technologien und Prozesse sollen unter realen Bedingungen erprobt, systematisch evaluiert und gemeinsam mit der Praxis und für die Praxis weiterentwickelt werden. Die ersten Projekte an den Forschungsstandorten Dresden, Stuttgart/Karlsruhe und Weimar stünden für diesen Ansatz, so das BMWSB.
Loslegen statt abwarten
Mit der Übergabe der Förderurkunden durch Frau Bundesministerin Hubertz Ende September können die ersten Forschungsprojekte des DFZ-Bau starten. Dieser bereits parallel zum Aufbau der formalen Vereinsstrukturen erfolgende Beginn – und nicht erst im Anschluss daran – zeige den Anspruch des neuen Zentrums: Es geht um zügiges Handeln, um möglichst schnell einen inhaltlichen Mehrwert zu erreichen.
Zum Start fördern Bund und Gründungsländer drei Initialprojekte. Sie bereiten die künftigen Forschungscluster des DFZ-Bau vor. Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
Drei Initialprojekte
In Stuttgart und Karlsruhe entwickelt die Universität Stuttgart zwei Experimentalplattformen in realen Bestandsgebäuden. In diesen Reallaboren erproben Wissenschaft, Unternehmen und öffentliche Partner, wie Baurobotik, Künstliche Intelligenz, digitale Gebäudezwillinge, nachhaltige Materialien und erneuerbare Energiesysteme neue Sanierungskonzepte ermöglichen.
Die TU Dresden untersucht in der sächsischen Hauptstadt, wie bestehende Gebäude ressourcenschonend und minimal-invasiv saniert und umgebaut werden können, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Dafür werden kommunale Gebäudebestände analysiert, Reallabore vorbereitet und erste Ansätze direkt vor Ort erprobt.
Die Bauhaus-Universität Weimar entwickelt im Projekt „BIM-Condition“ gemeinsam mit der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar (MFPA) und dem IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar einen digitalen Sanierungszwilling für Plattenbauten, mit dem Ziel, Daten zu Geometrie, Bauweise und Zustand eines Gebäudes zusammenzuführen. So sollen früh verlässliche Grundlagen für die Entscheidung zwischen Sanierung, Umbau und Rückbau entstehen.
An der Konzeption sind die Exzellenzcluster „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ der Universität Stuttgart und „CARE“ der TU Dresden maßgeblich beteiligt. Die eigentlichen Forschungscluster sollen nach der formalen Gründung des DFZ-Bau voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 starten. Weitere Informationen sind unter den Links im Text zu finden.
