Nahaufnahme von montierten Lehmbauplatten, die eine charakteristische, strukturierte Oberfläche mit wellenförmigen Mustern aufweisen und an einer Wand verschraubt sind.
Die eigenproduzierte Lehmplatte im Trockenbau-Format verbindet industrielle Verarbeitung mit den bauphysikalischen Vorteilen des Lehms und macht den ökologischen Baustoff für den serienmäßigen Innenausbau einsetzbar. (Quelle: Leipfinger-Bader)

Nachhaltigkeit 2026-09-24T06:52:14.147Z Serieller Innenausbau mit Lehm

Leipfinger-Bader erweitert sein Lehmbau-Sortiment um die „Lehmplatte Premium“. Mit dem neuen Produkt will das Unternehmen die Lücke zwischen klassischem Lehm- und konventionellem Trockenbau schließen.

Gipskarton- und Gipsfaserplatten sind bislang der Standard im Trockenbau. Sie sind normiert, systemkompatibel und robust. Lehm wiederum steht für Ökologie und Wohngesundheit, ist in der Praxis aber oft mit handwerklicher Manufaktur und begrenzter Skalierbarkeit verbunden. Die neue, von Leipfinger-Bader entwickelte und unabhängig geprüfte „Lehmplatte Premium“ nach DIN 18948:2024-03 soll den traditionellen Baustoff in ein industrielles Format überführen. Die Platte schließe damit die Lücke zwischen klassischem Lehm- und konventionellem Trockenbau, so das Unternehmen, und mache Lehm für den alltäglichen Innenausbau von Wohn- und Arbeitsgebäuden effizient und wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar.

Hohe Masse mit vielen Vorteilen

Das Produkt misst 1.250 mal 625 Millimeter bei einer Dicke von 12,5 Millimetern und einem Plattengewicht von rund 16 Kilogramm. Unter sehr hohem Pressdruck verdichteter Lehm, kombiniert mit einer integrierten Holzfasermatte, ermöglicht eine Rohdichte von 1.600 Kilogramm pro Kubikmeter, womit die Platte die leichteste der schweren Lehmplatten ist. Dies führt zu einer entsprechend hohen Masse pro Millimeter. Bauphysikalisch bringt die Platte Eigenschaften in den Ausbau, die bislang eher massiven Konstruktionen vorbehalten waren.

Eine Innenansicht eines Rohbaus, bei der eine Trennwand mit braunen, fest verschraubten Holzfaserplatten verkleidet wurde. Die Wandstruktur ist klar erkennbar und zeigt den aktuellen Fortschritt im Trockenbau.
Die industriell gefertigte Lehmplatte wird wie eine Trockenbauplatte auf übliche Holz- und Metallständerwerke montiert. (Quelle: Leipfinger-Bader)

In einer ausgedämmten Holzständerwand mit beidseitig einlagiger Beplankung und verputzter Oberfläche erreicht der Aufbau ein bewertetes Schalldämmmaß von 56 Dezibel. Die Kombination aus hoher Rohdichte und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,231 W/(mk) sorgt zudem für eine ausgeprägte thermische Trägheit, so dass sich der sommerliche Überhitzungsschutz spürbar verbessert. Die Lehmplatte Premium ist der Baustoffklasse B1 „schwer entflammbar“ zugeordnet und lässt sich mit einer Klassifizierung von EI90 damit sicher in übliche Nutzungskonzepte in Wohn- und Arbeitsräumen integrieren.

Stabiles Raumklima durch Feuchtepuffer

Die „Lehmplatte Premium“ ist der Wasserdampf-Sorptionsklasse WS III zugeordnet und kann über den Tagesverlauf signifikante Mengen Wasserdampf aufnehmen und zeitlich verzögert wieder abgeben. Dadurch entstehen Feuchtepuffer, die Nutzungsspitzen beim Duschen, Kochen oder in hoch belegten Räumen abfedern und ein weitgehend stabiles Raumklima im behaglichen Feuchtebereich ermöglichen. Gleichzeitig gilt der Baustoff als schimmelimmun und kann Luftschadstoffe und Gerüche an der Oberfläche binden.

Für Trockenbauer, Zimmerer und Ausbauunternehmen wiederum ist entscheidend, dass der Einstieg ins Material ohne Bruch in der Baupraxis möglich ist. Zuschnitt, Verschraubung und Klammerung erfolgen mit vertrauten Werkzeugen und Befestigungsmitteln aus dem Trockenbau. Die Verarbeitung bleibt damit nah an der Gipsfaserplatte. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 24. September 2026
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