Ein VDPM-Merkblatt zur Fassadenbegrünung an Wärmedämmverbundsystemen steht auf einer Betonmauer vor einem modern begrünten Wohngebäude.
Auf zwölf Seiten erklärt das neue Merkblatt, wie Fassadenbegrünungen an Wärmedämm-Verbundsystemen auszuführen sind, ohne die Sicherheit des Gebäudes und seiner Nutzer sowie die Gebrauchstauglichkeit des WDVS zu beeinträchtigen. (Quelle: VDPM)

Fassadensanierung 2026-09-24T08:47:21.560Z Neues Merkblatt: Fassadenbegrünung an WDVS

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat ein Merkblatt zum Thema Fassadenbegrünung an Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) erstellt. Es wendet sich an Planer und Praktiker im Fassadenbau mit dem Ziel, verschiedene Arten der Begrünung an WDVS bau- und brandschutztechnisch sicher auszuführen.

„Anlass für dieses Merkblatt ist einerseits eine steigende Marktrelevanz für die Systemhalter und andererseits eine sehr übersichtliche Informationslage, was das Thema Begrünung bei WDVS angeht“, erklärt Dr. Sebastian Dantz, Technischer Leiter beim VDPM. „Da es sich bei solchen Systemen um keine bauaufsichtlich geregelten Komponenten handelt, sind die Regularien hierfür nicht einheitlich und auf kommunale Bestimmung begrenzt. Wir wollen mit dem Merkblatt den Informationsstand aller Beteiligten erweitern und im Hinblick auf WDVS präzisieren.“ Die zwölfseitige Broschüre konzentriert sich dabei ausschließlich auf bodengebundene Begrünungssysteme, weil nur diese Varianten zusammen mit WDVS realisierbar sind.

Insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz muss sichergestellt sein, dass Fassadenbegrünungen die Sicherheit des Gebäudes und seiner Nutzer sowie die Gebrauchstauglichkeit des WDVS nicht beeinträchtigen. Daher müssen Fassadensysteme, Kletterhilfen (z. B. Rankgerüste oder Seilsysteme mit dazugehörigen Befestigungssystemen) sowie die Auswahl der Vegetation so geplant und ausgeführt werden, dass sie den objektbezogenen Brandschutzanforderungen entsprechen. Dieses Kapitel bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Merkblatts.

Weitere Abschnitte widmen sich der Standsicherheit und den bauphysikalischen Aspekten Feuchteschutz und Wärmeschutz. Hier kommt es darauf an, bei der Ausführung Wärmebrücken im WDVS zu vermeiden. Das Befestigungssystem muss eine nachgewiesene, thermische Trennung zum Untergrund aufweisen. Dies kann in Form von punktuellen Wärmedurchgangskoeffizienten (Chi-Werte) und/ oder äquivalenten Wärmeleitfähigkeiten (Lambda-Werte) erfolgen.

Eine wichtige Rolle spielen Wartung und Instandhaltung begrünter WDVS-Fassaden. Die Autoren betonen die Notwendigkeit eines Pflege- und Wartungskonzepts. Sie beschreiben im Merkblatt, worauf es dabei genau ankommt und empfehlen hierfür ausdrücklich die Beauftragung spezialisierter Fachbetriebe. Eine ausführliche Literaturliste rundet das neue Merkblatt ab. „Fassadenbegrünung an Wärmedämm-Verbundsystemen“ steht auf der Website des VDPM zum Download zur Verfügung und kann dort auch als Printversion bestellt werden.

zuletzt editiert am 24. September 2026
Newsletter