Die neue Radon-Karte kann beim Bundesamt für Strahlenschutz heruntergeladen werden. (Quelle: BfS)

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03. February 2022 | Teilen auf:

Neue Radon-Karte

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat eine neue Karte zur Radon-Situation in Deutschland veröffentlicht. Die Karte zeigt die zu erwartende Radon-Konzentration in der Bodenluft für ein Raster von 1x1 Kilometer.

Die Karte richtet sich an alle, die sich über die Radon-Situation in ihrer Region informieren möchten. Bauplanerinnen und Bauplanern kann sie erste Hinweise geben, ob Radonmessungen im Baugrund oder zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen Radon erwogen werden sollten. Die neue Radon-Karte wurde mithilfe von Machine Learning auf Basis neuer Messdaten erstellt. In die Berechnung flossen darüber hinaus bereits vorhandene Messdaten, Geologie, Bodeneigenschaften und Klima ein. Die Karte ersetzt eine bereits bestehende, ältere Karte.

Verbesserte Berechnungsverfahren und größere Datenmenge erhöhen Genauigkeit

Durch die Verwendung verbesserter Berechnungsverfahren und einer größeren Datengrundlage ist die neue Karte nach Angaben des BfS deutlich genauer und räumlich höher aufgelöst als ihre Vorgängerin. Darüber hinaus hat das BfS eine andere Darstellungsart gewählt: Während die alte Karte die zu erwartenden Durchschnittswerte angab, sind die in der Neuen dargestellten Werte so gewählt, dass die an einem Ort im Boden vorhandene Radon-Konzentration in 90 Prozent der Fälle niedriger oder identisch mit dem angegebenen Wert ist. Für die restlichen zehn Prozent der Fälle kann nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund kleinräumiger geologischer Besonderheiten höhere Werte auftreten. Durch diese Darstellungsart möchte das BfS das Risiko reduzieren, dass die Radon-Situation unterschätzt wird.

Wer es genau wissen will, muss die Radon-Konzentration messen lassen

Kleinräumig erhöhte Werte von Radon in der Bodenluft, die untypisch für ihre Umgebung sind, lassen sich mit mathematischen Berechnungsverfahren nicht exakt lokalisieren. Sie können nur mit einer Radon-Messung im Boden gefunden oder ausgeschlossen werden. Wie hoch die Radon-Konzentration innerhalb bereits bestehender Gebäude oder im Boden eines einzelnen Grundstückes ist, kann man aus der Karte ebenfalls nicht ablesen. Dieser Wert lässt sich nur mit einer Radon-Messung ermitteln. Radon-Messungen in Gebäuden sind kostengünstig und mit wenig Aufwand verbunden. Unter www.bfs.de/radon-messen kann man sich näher über das Thema informieren.

Die Karte „Radon im Boden“ steht auf den Internetseiten des BfS als Übersichtskarte für ganz Deutschland unter www.bfs.de/radon-karte zur Verfügung. Detailrecherchen sind über die Fachanwendung BfS Geoportal möglich.

zuletzt editiert am 10.02.2022