Zwei Passivhaus-Schulen in Hessen sind für die Hitzeperioden bereits gut gerüstet. Sowohl die Astrid-Lindgren-Schule in Weiterstadt als auch die Anne-Frank-Schule in Raunheim werden im Webinar vorgestellt.
Zwei Passivhaus-Schulen in Hessen sind für die Hitzeperioden bereits gut gerüstet. Sowohl die Astrid-Lindgren-Schule (im Bild) in Weiterstadt als auch die Anne-Frank-Schule in Raunheim werden im Webinar vorgestellt. (Quelle: Passivhaus Institut)

Gebäude + Energie 2026-08-20T08:35:00Z Klassenzimmer vor Hitze schützen

Studien des Passivhaus Instituts machen deutlich, dass Schulbauten schon bald nicht mehr ohne Temperierung auskommen werden. Die gute Nachricht: Wenn der Fokus auf passiven Strategien liegt, dann bleibt der Aufwand für zusätzliche aktive Maßnahmen gering. Bei einem kostenfreien Webinar des Passivhaus Instituts am 26. August 2026 wird auch anhand von praktischen Beispielen gezeigt, welche Strategien das sind.

Ein modernes Schulgebäude mit einer markanten Fassadengestaltung aus grauen Paneelen und vertikalen, gelben Sonnenschutzlamellen bei Sonnenuntergang.
Anne-Frank-Schule Raunheim (Quelle: Passivhaus Institut)

Spätestens mit diesem Sommer mit seinen wiederholten und langanhaltenden Hitzephasen und Außentemperaturen von bis zu 39 und sogar 40 Grad Celsius lässt sich das Problem überhitzter Klassenräume nicht mehr ignorieren. Schulen sind ebenso wie Krankenhäuser, Seniorenheime und weitere öffentliche Gebäude nicht ausreichend auf derartige Hitzeperioden vorbereitet. Das Passivhaus Institut adressiert diese Problematik beim Passivhaus-Nachmittag „Hitzeschutz – Sommerfall in Schulen“ am Mittwoch, den 26. August 2026, um 15.30 Uhr. Dabei werden auch praktische Beispiele vorgestellt, wie ein effizienter Hitzeschutz bereits an einigen Schulen realisiert wurde. 

Hohe Belegung, mehr Technik 

Zusätzlich zu den hohen Außentemperaturen führen auch die dichte Belegung der Klassenräume sowie eine zunehmende technische Ausstattung der Schulen zu hohen Innentemperaturen. Diese machen ein konzentriertes Lernen und Lehren nahezu unmöglich: Nicht wenige Lehrkräfte berichten in den Medien von Raumtemperaturen von bis zu 30 Grad im Klassenzimmer. Hinzu komme, dass für jüngere Kinder bis zum Alter von 14 Jahren Hitze auch gesundheitlich problematisch werden könne. „Schulen benötigen angepasste Lösungen, um auch zukünftig erfolgreiches Lernen zu gewährleisten. Eine hohe Energieeffizienz des Gebäudes ist die Grundlage: Sie bietet auch im Sommer Vorteile, da der gute Wärmeschutz vor Hitzeeintrag ins Gebäude schützt“, erläutert Referentin Tanja Schulz vom Passivhaus Institut.  

Fokus Fenster, Verschattung, Lüftung 

Dabei seien angemessene Fenstergrößen mit einer sehr gut geregelten, außenliegenden Verschattung sowie ein angepasstes Lüftungsverhalten von entscheidender Bedeutung, so Schulz weiter. „Vor allem nachts trägt die kühlere Luft nahezu kostenlos dazu bei, die Wärme aus dem Gebäude herauszutransportieren.“ Eine hohe Effizienz des Gebäudes, bei einem Neubau ebenso wie bei einer Sanierung, ist der erste Schritt für einen guten Hitzeschutz. 

Aus Studien des Passivhaus Instituts geht auch hervor, dass Schulbauten in absehbarer Zeit nicht ohne entsprechende Kühlstrategie auskommen werden: Die Erfahrungen mit den Hitzeperioden haben deutlich gezeigt, dass passive Kühlmaßnahmen auch in Deutschland zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Oft ist es daher empfehlenswert, bereits im frühen Planungsprozess aktive Kühlmaßnahmen für das Gebäude einzuplanen. Doch wenn der Fokus primär auf der optimalen Nutzung passiver Strategien liegt, dann bleibt der Aufwand für zusätzliche aktive Maßnahmen gering. 

Passivhaus-Webinare 2026 

Die Teilnahme an diesem Passivhaus-Nachmittag am 26. August sowie an den weiteren Passivhaus-Webinaren ist gebührenfrei, sie sind als Fortbildungen anerkannt. Bei den Veranstaltungen greifen das Passivhaus Institut sowie die beiden deutschsprachigen Netzwerke IG Passivhaus und Passivhaus Austria aktuelle Themen des hoch energieeffizienten Bauens und Sanierens auf. Das nächste Passivhaus-Webinar „Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen in Kommunen, ohne Mehrkosten“ findet am Mittwoch, 23. September 2026 statt. Weitere Infos zu den kostenfreien Webinaren und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Homepage der IG Passivhaus .

zuletzt editiert am 20. August 2026
Newsletter