Die Versuche von Lucas Ufer belegen die Machbarkeit von Verstärkungsschichten auf bestehendem Stahlbeton auch bei geringer Betonfestigkeit und zeigen, dass bestehende Rechenmodelle die Tragfähigkeit teils deutlich unterschätzen.
Die Versuche von Lucas Ufer belegen die Machbarkeit von Verstärkungsschichten auf bestehendem Stahlbeton auch bei geringer Betonfestigkeit und zeigen, dass bestehende Rechenmodelle die Tragfähigkeit teils deutlich unterschätzen. (Quelle: Lucas Ufer)

Bauwerkserhaltung 2026-08-20T08:40:00Z BuFAS verleiht Nachwuchs-Innovationspreis Bauwerkserhaltung 2026

Die Jury hat im August die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des vom Bundesverband Feuchte & Altbausanierung (BuFAS) ausgelobten „Nachwuchs-Innovationspreises Bauwerkserhaltung“ bestimmt. Wie gewohnt werden die Nachwuchstalente im November 2026 bei den 36. Hanseatischen Sanierungstagen geehrt.

Den ersten Preis erhält Dipl.-Ing. Lucas Ufer, Absolvent der TU Dresden, für seine Diplomarbeit „Experimentelle Untersuchung der Verbundfuge und der Endverankerung von Verstärkungsschichten“. Lucas Ufer untersuchte die Verbundfuge und Endverankerung von Verstärkungsschichten (Stahl- und Carbonbeton) auf bestehendem Stahlbeton, insbesondere bei geringfestem Altbeton (unter C12/15). Auf Basis einer Literaturanalyse wurden zwei Versuchsreihen konzipiert, durchgeführt, mittels faseroptischer Sensorik sowie Photogrammetrie messtechnisch erfasst und abschließend systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse belegen die Machbarkeit solcher Verstärkungen auch bei geringer Betonfestigkeit und zeigen, dass bestehende Rechenmodelle die Tragfähigkeit teils deutlich unterschätzen. 

Eine Collage aus drei professionellen Porträtaufnahmen von verschiedenen Mitarbeitern, die freundlich und kompetent in die Kamera lächeln.
Diese jungen Talente gewinnen den Nachwuchspreis des BuFAS (v.l.): Lucas Ufer (1. Platz), Sabrina Riepl (2. Platz) und Kristin Heußer (3. Platz). (Quelle: privat, Lilli Wermuth, privat)

Sabrina Riepl von der OTH Regensburg erhält Platz 2 für ihre Bachelorarbeit „Brandschutztechnische Untersuchung und Bewertung von verschiedenen Ertüchtigungsmaßnahmen in denkmalgeschützten Gebäuden zur Verbesserung der Fluchtwege“. Ziel war ein integratives Brandschutzkonzept, das Personenschutz priorisiert und den architektonischen Wert durch minimalinvasive Maßnahmen erhält. Neben bauhistorischen und rechtlichen Vorgaben (OIB, TRVB) nutzt die Arbeit leistungsorientierte Ansätze. Am Beispiel des Kapuzinerklosters Wien zeigt Sabrina Riepl, dass bauliche Mängel durch Maßnahmen wie automatische Branddetektion und Besucherlenkung kompensiert werden können. 

Am Beispiel des Kapuzinerklosters Wien (Bild) hat Sabrina Riepl gezeigt, dass bauliche Mängel durch Maßnahmen wie automatische Branddetektion und Besucherlenkung kompensiert werden können.
Am Beispiel des Kapuzinerklosters Wien (Bild) hat Sabrina Riepl gezeigt, dass bauliche Mängel durch Maßnahmen wie automatische Branddetektion und Besucherlenkung kompensiert werden können. (Quelle: Sabrina Riepl)

Die Wahl für den dritten Platz fiel auf Kristin Heußer von der TU Wien für die Diplomarbeit „Revitalisierungspotenzial eines 70er-Jahre-Schulbaus: Nachhaltige Transformation der ehemaligen ‚Heidelberg Middle School‘“. Das seit zehn Jahren leere Schulgebäude der „Heidelberg Middle School“ aus den 1970er Jahren sollte ursprünglich abgerissen werden. Die Diplomarbeit untersucht stattdessen das Transformationspotenzial für eine nachhaltige Umnutzung im Sinne des ressourcenschonenden Bauens. Unter Einsatz von Holz als klimafreundlichem Baustoff und der Integration moderner pädagogischer sowie räumlicher Konzepte zeigt das Projekt, wie Bestandsbauten ökologisch und funktional zukunftsfähig entwickelt werden können. 

Kristin Heußer von der TU Wien untersuchte in ihrer Diplomarbeit das Revitalisierungspotenzial der seit 2013 leerstehenden Heidelberg Middle School.
Kristin Heußer von der TU Wien untersuchte in ihrer Diplomarbeit das Revitalisierungspotenzial der seit 2013 leerstehenden Heidelberg Middle School. (Quelle: Kristin Heußer)

Rekordbeteiligung und hohe Vielfalt 

22 Personen – so viele wie noch nie – haben sich um den diesjährigen Nachwuchs-Innovationspreis Bauwerkserhaltung des BuFAS beworben. „Die Einreichungen hatten eine große thematische Vielfalt rund um Bauen im Bestand und Baudenkmalpflege“, sagt die Vorstandsvorsitzende Constanze Messal. „Die hohe Qualität der Arbeiten hat die Jury stark beeindruckt und viele Denkanstöße gegeben.“ 

Die Bewerbungen kamen von der Technischen Universität Wien, der Hochschule RheinMain, der Technischen Universität München, der Hochschule Koblenz, der Hochschule Trier, der Technischen Universität Graz, der Fachhochschule Potsdam, der Hochschule Wismar, der Fachhochschule Münster, der Hochschule Konstanz, der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg sowie der Technischen Universität Dresden. 

Feierliche Preisverleihung bei den Hanseatischen Sanierungstagen 

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen der 36. Hanseatischen Sanierungstage in Travemünde ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, den 12. November 2026, um 15 Uhr statt und wird durch Dr.-Ing. Gesa Haroske, Präsidentin der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern, vorgenommen. Anschließend hält Lucas Ufer den Preisträgervortrag. 

Zudem erhalten die Gewinner die Preisgelder von 1.000 Euro sowie einen 250 Euro Büchergutschein des Fraunhofer IRB Verlags für den 1. Platz, 700 Euro sowie einen 200 Euro Büchergutschein für den 2. Platz und 400 Euro sowie einen 150 Euro Büchergutschein für den 3. Platz. Alle Finalisten sind eingeladen, Mitglied des BuFAS zu werden (zwei Jahre beitragsfrei) und ihre Beiträge werden im Tagungsband der Hanseatischen Sanierungstage veröffentlicht.

zuletzt editiert am 20. August 2026
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