Eine extrem detaillierte mikroskopische Aufnahme, die ein komplexes Netzwerk aus feinen, transparenten Pflanzenfasern zeigt, das von leuchtend roten Kapillaren oder gefärbten Faserstrukturen durchzogen ist.
Die rot eingefärbten Stapelfasern in der Holzfaserdämmplatte sind in dieser Nahaufnahme gut zur erkennen. (Quelle: IHD)

Außendämmung 2026-10-29T09:06:15.093Z Biobasierte Bindefasern für Holzfaserdämmstoffe

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung in Denkendorf (DITF) entwickeln im Projekt „CelluWoodFlex“ biobasierte Celluloseesterfasern als alternative Bindefasern für flexible Holzfaserdämmstoffe. Neben dem Spinnprozess und der Herstellung geeigneter Stapelfasern untersucht das Institut auch, wie sich Holz- und Cellulosefasern am Ende der Nutzungsdauer trennen und stofflich verwerten lassen.

In dem Verbundprojekt arbeiten die DITF mit dem Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) zusammen. Die DITF übernehmen dabei zentrale Aufgaben rund um die Herstellung und Verarbeitung von Celluloseesterfasern – Celluloseester sind Derivate der Cellulose. Diese biobasierten Schmelzklebefasern sollen künftig fossile Kunststofffasern ersetzen, die häufig zur Verbindung der Holzfasern in flexiblen Dämmmatten eingesetzt werden. So soll der Einsatz fossiler Rohstoffe reduziert und die stoffliche Verwertung der Materialien nach ihrer Nutzung verbessert werden.

Vom Spinnprozess bis zur fertigen Stapelfaser

Die DITF arbeiten daran, den Spinnprozess für thermoplastische Celluloseesterfasern zu etablieren. Dabei werden die Ausgangsmaterialien zu feinen Fasern verarbeitet, die sich für den Einsatz als Bindefasern eignen sollen. Ein weiterer Arbeitsschritt ist das Zuschneiden der Fasern auf definierte Längen. So entstehen Stapelfasern, die anschließend am IHD mit Holzfasern vermischt werden. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Bindefasern, damit sie ihre Funktion im späteren Dämmstoff zuverlässig erfüllen können.

Die ersten Projektschritte an den DITF sind bereits erfolgt. Das Forschungsteam des Kompetenzzentrums Biopolymerwerkstoffe hat einen Spinnprozess entwickelt, bei dem aus dem Celluloseester Celluloseacetatpropionat (CAP) Fasern gewonnen werden können. Diese Fasern werden zu Stapelfasern verarbeitet und eingefärbt. Die bisherigen Arbeiten schaffen damit eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Verarbeitung der biobasierten Bindefasern.

Recycling von Anfang an mitdenken

Nahaufnahme einer Holzfaserdämmplatte als Querschnitt, die auf einem Lineal zur Dickenmessung liegt. Die Struktur zeigt deutlich die gepressten, natürlichen Holzfasern und vereinzelt rote Fasereinschlüsse.
Holzfaserdämmplatte mit CAP mit biobasierten Bindefasern (Quelle: IHD)

Neben der Faserherstellung steht auch das Ende des Produktlebenszyklus im Fokus. Das DITF-Forschungsteam untersucht Möglichkeiten, Holz- und Cellulosefasern nach ihrer gemeinsamen Verwendung wieder voneinander zu trennen. Die separierten Bestandteile sollen anschließend stofflich verwertet werden können. Damit wird bereits bei der Entwicklung der Bindefasern berücksichtigt, wie sich die Materialien später zurückgewinnen und erneut nutzen lassen.

Im weiteren Projektverlauf werden die gewonnenen Erkenntnisse in die Verarbeitung der Fasern und die Bewertung ihrer Recyclingfähigkeit einfließen. Gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern soll so die Grundlage für flexible Holzfaserdämmstoffe geschaffen werden, die biobasierte Bindefasern nutzen und neue Perspektiven für eine verbesserte Kreislaufführung eröffnen. „CelluWoodFlex“ ist ein IGF-Projekt. Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen Zugang zu praxisorientierter Forschung ermöglichen soll. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 29. Oktober 2026
Newsletter