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Ziegelrestaurierung auf der Großbaustelle

Historische Ziegelbauten auf der ganzen Welt stellen Inhaber, Denkmalschützer und Verarbeiter vor die Frage der richtigen Restaurierung. Bei der Technischen Universität in Krakau wurde jetzt ein neues System angewendet.

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In den Kellergeschossen sowie im Erdgeschoss waren weite Bereiche des Mauerwerks durch Salzbefall geschädigt, insbesondere die Nitrat-Konzentration war hoch. (Alle Abb.: Epasit)

2009 wurde die Sanierung weiter Teile des Polytechnikums in Krakau von der Universitätsverwaltung beschlossen. Die zwischen 1872 und 1878 errichteten Gebäude waren lange Zeit von der polnischen und russischen Armee genutzt worden, die Bausubstanz hatte über Jahrzehnte gelitten. In den Kellergeschossen sowie im Erdgeschoss waren weite Bereiche des Mauerwerks durch Salzbefall geschädigt, insbesondere zeigte sich eine sehr hohe Nitratkonzentration. Die Innenputze waren längst durch die Salze zerstört, Ziegelfassaden und -Mauern durch Umwelteinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen.

Sanierung der Innenräume

Im Frühjahr 2010 begannen die Rückbauarbeiten, alle maroden Innenputze wurden entfernt. Da die Versalzung bis tief ins Mauerwerk hineinreichte, entschieden sich die Verantwortlichen für die Sanierung mit dem Putzsystem "Mineral Sano Pro" von Epasit. Es erfüllt die Auflagen des Denkmalschutzes sowie der DIN EN 998-1 und das WTA-Zertifikat.

Ziegelfassaden werden saniert

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Die Ziegelfassaden waren durch Umwelteinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen.

In den Jahren 2011 und 2012 widmeten sich die Verarbeiter schwerpunktmäßig der Restaurierung der Ziegelfassaden. Diese waren durch aggressive Umweltbelastungen im polnischen Kohlerevier massiv geschädigt worden. Zunächst versuchte die Arbeiter, die gröbsten Schäden durch Austausch der Ziegel zu beseitigen, was sich jedoch als aufwändig und kostspielig herausstellte. Nach dem Motto "Restaurieren statt Ersetzen" kam das Ziegelrestauriersystem "ZRS" zum Einsatz. Im Ergebnis wirkt die Kombination der bestehenden Substanz mit Ergänzungen natürlich. Sie lässt die Ziegelmauern am Polytechnikum in Krakau wieder erstrahlen und bewahrt den ursprünglichen Charakter.

Bei der Ziegelrestaurierung wurden zunächst die Oberflächen mechanisch gereinigt, um alle verwitterten Partikel zu entfernen. Schadhafte Fugen wurden ausgekratzt. Im zweiten Schritt sättigten die Verarbeiter die Ziegel mit Mineralverfestiger "sv", wodurch die Steinstruktur in der oberen Schicht wieder gefestigt werden konnte. Größere Ausbrüche wurden anmodelliert mit Ziegelrestauriermörtel. Dieser wurde im originalton angemischt. Die vorher gründlich gereinigten Fugen füllten Verarbeiter mit dem Fugensaniermörtel "fsm" neu auf, ebenfalls eingefärbt nach Muster. Abschließend wurden die Fassadenflächen im Außenbereich mit der Imprägnierung "ip237" vor Regen und Umweltweinflüssen geschützt.

Ausbrüche an Türrahmen saniert

Türportale und -Rahmen im Inneren der Gebäude waren ebenfalls vom Verfall betroffen. Die fehlende Bausubstanz wurde mit Komponenten des Sandsteinsaniersystems "S³" ersetzt, die in Farbe und Struktur dem Original angepasst wurden. Dazu wurden die betroffenen Portale zunächst gereinigt, anschließend trugen die Verarbeiter eine streichfähige Haftschlämme auf. Der feine Sandsteinmörtel wurde mit "fx Fixal" angemischt und auf die noch feuchte Haftschlämme aufgetragen.

Kellergewölbe aus Ziegelstein

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Der Sanierputz wurde optisch im Sichtmauerwerk integriert.

Auch in den Kellerräumen und -gängen der Technischen Universität Krakau galt es, umfangreiche Ziegelflächen zu sanieren. An besonders salzbelasteten Oberflächen wurde der Sanierputz aufgezogen und optisch in das Sichtmauerwerk integriert. Die Kellerräume sollten nach der Sanierung als Büros, Labore, Server- und Lagerräume sowie Cafeteria dienen, was einen hohen Standard bei Raumtemperaturen, Luftfeuchte und gesundem Klima voraus setzte. Hier kamen die rein mineralischen Calciumsilikatplatten "epatherm" und der Klimaputz "ekp" zum Einsatz, so dass sich die relative Luftfeuchte auch ohne teure Primärenergie auf einem konstanten Niveau von circa 60 Prozent einpendelte

www.epasit.de