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Ziegelpreis 2021: Beeindruckende Architektur

Beim Deutschen Ziegelpreis 2021 wurden zwei Hauptpreise, fünf Sonderpreise und zehn Anerkennungen für herausragende Architektur in Ziegelbauweise vergeben. In der Sonderpreis-Kategorie „Bauen im Bestand“ wurde die Sanierung der „Casa Rossa“ in Chemnitz durch das Architekturbüro Bodensteiner Fest ausgezeichnet.

Ziegelpreis 2021 Casa Rossa
Die Sanierung des Wohn- und Geschäftshaus „Casa Rossa“ in Chemnitz wurde von Bodensteiner Fest Architekten geplant und umgesetzt. (Abb.: Steffen Spitzner)

Vor kurzem ist der Deutsche Ziegelpreis 2021 durch den Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) verliehen worden. Die beiden Hauptpreise, mit jeweils 5.000 Euro dotiert, gingen an Diezinger Architekten aus Eichstätt für den Ersatzneubau des Rathauses in Dorfen sowie an das ungewöhnliche Wohn- und Geschäftshaus Stylepark am Peterskirchhof in Frankfurt am Main von NKBAK, ebenfalls aus Frankfurt am Main.

Die Verleihung des Deutschen Ziegelpreises wurde wegen der Corona-Pandemie als Webformat durchgeführt. In der rund einstündigen Online-Übertragung überreichte Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie e.V., die Preise. Neben den beiden Hauptpreisen wurden fünf Sonderpreise mit einer Dotierung von je 2.000 Euro in den Kategorien „Einfach Bauen“, „Quartier“, „Geschosswohnungsbau“, „Nachwuchs“ und „Bauen im Bestand“ verliehen.

Beispielhaft für Umgang mit dem Gebäudebestand
Die Jury begründete die Verleihung des Sonderpreises in der Kategorie „Bauen im Bestand“ für die Sanierung der „Casa Rossa“ sowohl mit der grundsätzlichen Entscheidung gegen einen Abriss und mit dem hohen Maß an Sensibilität durch Bodensteiner Fest Architekten aus München bei der Revitalisierung des Wohn- und Geschäftshauses „Casa Rossa“ im Chemnitzer Sonnenbergviertel. „Auffällig ist gerade im Kontext der verputzten Nachbargebäude die Materialwirkung der puristisch sanierten Ziegelfassade: Unregelmäßigkeiten und die „Blessuren“ des letzten Jahrhunderts wurden sichtbar belassen und – wo nötig – mit Originalziegeln ergänzt“, so die Jury in ihrer Begründung. Das Projekt sei beispielhaft für den sensiblen und ressourcenschonenden Umgang mit einem im Grunde profanen Gebäudebestand. Es werde der Nachweis erbracht, dass in einer derartigen Aufgabe ein enormes ästhetisches Potenzial liegt.

Ziegelpreis 2021 Hauptpreis
Für den Stylepark-Neubau am Peterskirchhof in Frankfurt am Main von NKBAK gab es einen der beiden Hauptpreise. (Abb.: Lukas Roth)

Aufgrund der hohen Qualität einer Vielzahl der 145 Einreichungen entschied die Jury, die Anzahl der Anerkennungen in 2021 auf zehn aufzustocken. Alle preisgekrönten Projekte – inklusive der zehn Anerkennungen, der Projekte aus der „Engeren Wahl“ wie auch alle weiteren Projekte – sind auf der Website des Ziegelpreises ausführlich beschrieben. Darüber hinaus ist dort eine ausführliche Dokumentation der prämierten Arbeiten als Broschüre auf erhältlich. Eine Wanderausstellung der preisgekrönten Arbeiten wird voraussichtlich ab dem Sommersemester an ausgesuchten Universitäten und Hochschulen gastieren.