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Wie man Pilz- und Algenbewuchs auf Fassaden verhindert

Das neue Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden – Algen und Pilze“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von fünf Fachverbänden: Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM), der Bundesverband Ausbau und Fassade im ZDB, der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, der Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz und der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie haben das Papier gemeinsam erstellt. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) hat bei der Erarbeitung fachliche Unterstützung geleistet und trägt das Merkblatt inhaltlich mit.

Merkblatt Mikrobiologischer Bewuchs
Auf 24 Seiten erklärt das neue Merkblatt, wie man den Bewuchs verhindert und was man tun kann, wenn ein Objekt befallen ist. (Abb.: VDPM)

Die 24-seitige Publikation gilt für Putze und Beschichtungen und informiert über den oberflächlichen Bewuchs von Mikroorganismen auf gedämmten und ungedämmten Fassaden sowie über vorbeugende Maßnahmen, Pflege und Wartung zur Vermeidung unerwünschten Befalls. Damit bietet das Merkblatt Architekten und Planern, Fachhandel, Handwerk und Auftraggebern umfassendes und kompaktes Grundlagenwissen zum Thema. In der Einleitung verdeutlichen die Autoren zwei Grundsätze, die in der öffentlichen Diskussion oft anders dargestellt werden: Algen und Pilze sind kein spezifisches Phänomen an Fassaden mit Wärmedämm-Verbundsystemen – sie finden sich auf verschiedensten Materialien und Untergründen. Darüber hinaus seien sie „lebende Verschmutzungen“ und beeinflussten die bauphysikalische Funktionalität einer Fassade nicht.

In zwei ausführlichen Kapiteln vermittelt das Merkblatt die Grundlagen zu verschiedenen Mikroorganismen – so zu Pilzen, Algen, Flechten und Moosen – und beschreibt die Ursachen für ihr Wachstum. Dabei geht es um bautechnische, klimatische, umwelt- und materialspezifische Einflüsse. Der folgende Abschnitt informiert wie durch konstruktive Planung und die Materialauswahl Algen- und Pilzbefall vorgebeugt werden kann. Die fachgerechte Wartung und Pflege der Fassade sowie Maßnahmen bei bereits befallenen Objekten sind weitere Schwerpunkte der Broschüre. Ein eigenes mehrseitiges Kapitel widmet sich der rechtlichen Einordnung des Themas, erläutert die wesentlichen Begriffe, zitiert einschlägige Urteile und gibt Handlungsempfehlungen. Unter anderem findet sich dort der folgende Satz: „Entgegen anderslautender Aussagen in der Vergangenheit gilt: Algen- und/oder Pilzbefall ist juristisch kein Mangel.“

Abgerundet wird das neue Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden – Algen und Pilze“ durch eine ausführliche Quellen- und Literaturliste. Es steht ab sofort zum kostenlosen Download auf der Website des VDPM zur Verfügung und kann als Printexemplar per Mail bestellt werden. Download- und Bezugsmöglichkeiten bieten auch die anderen beteiligten Verbände auf ihren Websites.