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Wenn die Tapete zum Leben erwacht

Um Feuchte- und ­Schimmelschäden zu vermeiden oder zu beseitigen, gibt es keine allgemeingültigen Patentlösungen. Welche Maßnahmen für eine nachhaltige Beseitigung eines Schimmelpilzschadens erforderlich sind, hängt von den jeweiligen Umständen ab. Um diese richtig einschätzen zu können, müssen zunächst Art und Umfang des Schadens sachgerecht beurteilt werden. Von Dr. Axel Althaus

Schimmelschäden_Kellerwand
Starke Durchfeuchtung an der Außenwand eines Abstellkellers. Hier halten sich Personen immer nur kurzzeitig auf. Das ist bei der Sanierungsplanung zu berücksichtigen. (Abb.: Dr. Axel Althaus)

So ärgerlich und mühsam es auch ist: Ein Wasserschaden sollte nie auf die leichte Schulter genommen werden, denn das Wasser sucht sich seinen Weg im Gebäude und kann unbemerkt zu verdeckten und anhaltenden Feuchteschäden führen. Hierdurch können an den betroffenen Bauteilen Schäden physikalischer, chemischer und biologischer Natur entstehen.

So kommt es zum Beispiel nach einer Durchfeuchtung zu dauerhaften Quellschäden an Holzbauteilen, einem weitgehenden Verlust der Eigenschaften von Dämmstoffen oder zu dauerhaften Geruchsbelästigungen durch Ausgasungen.

Besonders unangenehm ist ein Schimmelpilzbefall, der durch Verfärbungen nicht nur die Optik des befallenen Bauteils beeinträchtigt, sondern der ein hygienisches Problem darstellt, das in Wohnungen und an Arbeitsstätten nicht zu akzeptieren ist.

Andererseits gehören Schimmelpilze zur Natur und ihre Sporen begegnen uns mit starken Konzentrationsschwankungen überall in der Umgebungsluft. Schimmelpilze sind daher auch keine Giftstoffe, für die sich feste Grenzwerte festlegen lassen, die nicht überschritten werden dürfen. Dies führt dazu, dass Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen nicht für alle Räume und Gebäudearten gleich zu bewerten sind. Abhängig von der tatsächlichen Nutzung der Räume durch Menschen sind unterschiedliche Ansprüche an deren „Schimmelfreiheit“ zu stellen (Abb.).

Die Ursache(n) finden und beseitigen
Die Sanierung eines Feuchteschadens kann nur gelingen, wenn keine weitere Feuchtigkeit in den Schadensbereich gelangen kann. Hierfür muss in erster Linie die Schadensursache ermittelt werden. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte auch geprüft werden, ob mehrere Ursachen zur Feuchtigkeit beigetragen haben.

Soweit möglich sind alle Feuchtigkeitsursachen zu beseitigen. Nur in einzelnen Fällen, zum Beispiel bei baulich bedingten, lokal sehr begrenzten Wärmebrücken, kann es sein, dass sich diese nicht mit vertretbarem Aufwand vollständig beseitigen lassen.

Eventuell kann dort dem Problem mit begrenzten Heiz- oder Lüftungsmaßnahmen begegnet werden, zum Beispiel einer Fußleistenheizung oder Fensterfalzlüftern. Ist dies nicht möglich, bleibt die Gefahr bestehen, dass sich zeitweise Schimmel bildet. Sind die Positionen aber bekannt, kann jeweils schnell reagiert werden, sodass für die Raumnutzer keine wesentliche Belastung entsteht.

Erstrecken sich die Schimmelschäden nur über einige Quadratzentimeter an der Oberfläche und sind die betroffenen Flächen gut zu erreichen, können die Schadensstellen bei entsprechender Vorsicht praktisch von jedermann mit haushaltsüblichen Maßnahmen beseitigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Schimmelsporen aufgewirbelt werden und es zu keinem Hautkontakt mit den befallenen Flächen kommt. Schließlich stellt eine verschimmelte Orange in der Obstschale auch kein schwerwiegendes Problem dar. Liegt aber ein größerer Befall vor oder ist der tatsächliche Umfang des Schadens nicht eindeutig auszumachen, sollte in jedem Fall systematisch vorgegangen werden.

Größere Schäden sanieren
Bei der Beseitigung eines größeren Durchfeuchtungs- und Schimmelschadens gibt es drei Aufgabenschwerpunkte, die miteinander verknüpft sind und aufeinander aufbauen müssen. Dies sind die Schadensbeurteilung, Trocknungs- und Sanierungsmaßnahmen.

Den Schaden richtig beurteilen – böse Überraschungen vermeiden
Nur wenn das Schadensausmaß und das Schadensalter zutreffend eingeschätzt werden, können die passenden Sanierungsmaßnahmen geplant werden. Ansonsten kann es bei der Trocknung oder beim Öffnen von Bauteilen böse Überraschungen geben. Durch eine fachkundige Untersuchung können betroffene und schadensfreie Bereiche voneinander abgegrenzt werden. Bei Schimmelpilzschäden ist hierbei zwischen schimmelbefallenen, mit Schimmel verunreinigten und nicht durch Schimmel belasteten Bereichen zu unterscheiden.

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Wenn die Tapete zum Leben erwacht

Um Feuchte- und Schimmelschäden zu vermeiden oder zu beseitigen, gibt es keine allgemeingültigen Patentlösungen. Welche Maßnahmen für eine nachhaltige Beseitigung eines Schimmelpilzschadens erforderlich sind, hängt von den jeweiligen Umständen ab. Um diese richtig einschätzen zu können, müssen zunächst Art und Umfang des Schadens sachgerecht beurteilt werden. Dabei geht es sowohl um die Belastung durch die Mikroorganismen als auch um das Ausmaß der schadensursächlichen Durchfeuchtung.

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