zurück

Wärmeabsorbierende Baumaterialien statt Klimaanlagen

Ein Team von Ingenieuren der Griffith University in Australien hat ein neuartiges Material vorgestellt, das Wärme absorbieren kann. Mit diesem Material könnte verhindert werden, dass sich Gebäude bei hohen Temperaturen zu sehr aufheizen. Die Nutzung von Klimaanlagen könnte reduziert werden.

Das Team der Griffith School of Engineering and Built Environment in Brisbane hat ein einjähriges Experiment mit sogenannten Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials, kurz PCMs) durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass PCMs sehr viel mehr Wärmeenergiemenge aufnehmen können als Beton. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Building and Environment veröffentlicht. Dr. Ruwan Fernando, Co-Autor der Studie, erklärte, dass sich die Nachfrage nach Klimaanlagen reduzieren ließe, wenn die Gebäude einen Teil der Wärme speichern und nachts wieder abgeben würden, sobald es kühler wird.

„Die International Energy Agency schätzt, dass weltweit etwa ein Zehntel der gesamten Energie für die Klimatisierung verwendet wird“, so Dr. Fernando. „Noch beunruhigender ist der steigende Bedarf an Klimaanlagen in Ländern mit großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Während wir in erneuerbare Technologien wie Solar- und Windkraft investieren, ist es gleichzeitig notwendig, auch die Effizienz zu erhöhen, mit der wir unsere derzeitige Energie nutzen.“

PCMs werden bisher vor allem in kühlenden Gelkissen gegen Migräne oder Kissen mit Kühlmaterialien verwendet, doch auch die Bauindustrie hat die interessanten thermischen Eigenschaften bereits entdeckt und erste Anwendungen erprobt. Das Forschungsteam hat die thermische Leistung der Materialien in einem groß angelegten Versuchsmodell getestet. In dem Modell wurden sowohl die Computermodellierung verschiedener PCM-Typen und Materialstärken als auch ihre Isolierung validiert.